Mettmann: Gemeinsam gegen Leukämie

Mettmann: Gemeinsam gegen Leukämie

Die Mettmannerin Ursula Berger, die an Blutkrebs erkrankt ist, hat glücklicherweise schnell einen passenden Stammzellen-Spender gefunden. Nun will der Initiativkreis anderen Leukämie-Patienten mit einer großen Typisierung am 20. März in Mettmann helfen.

Alle 45 Minuten erkrankt ein Mensch in Deutschland neu an Leukämie (Blutkrebs) – darunter sind auch viele Kinder und Jugendliche. Ursula Berger (63), Vorsitzende des Mettmanner Hausfrauenbundes, die an Leukämie erkrankt ist, hatte das große Glück und konnte einen passenden Stammzellen-Spender finden. Um die Überlebenschancen vieler Betroffener zu erhöhen, engagiert sich nun die Initiativgruppe "Hilfe für Ursula und andere" gemeinsam mit der Deutsche Knochenmarkspenderdatei GmbH (DKMS) unter dem Motto "Gemeinsam gegen Leukämie – Jetzt erst recht!" für leukämiekranke Patienten weltweit.

Ärzte vom EVK helfen mit

Mit einer großangelegten Aktion werden Menschen zwischen 18 und 55 Jahren am Samstag, 20. März, von 10 bis 16 Uhr ins Evangelische Gemeindezentrum an der Friedhofstraße eingeladen. Ärzte des Evangelischen Krankenhauses Mettmann werden dann jedem Spender fünf Milliliter Blut abnehmen. Das Ganze ist völlig harmlos und dauert zehn Minuten. Dieses Blut wird auf Gewebemerkmale im Labor untersucht und kommt in eine Stammzellen-Datei. Leukämie-Patienten, die eine Knochenmarks-Transplantation benötigen, erhalten in der Regel nach acht Monaten Auskunft über die DKMS, ob es einen passenden Spender gibt.

Ursula Berger hatte dieses Glück, berichtet ihr Mann Klaus Berger. Vor fünf Jahren erkrankte sie an Leukämie. Zunächst glaubte man, die Behandlung hätte Erfolg, doch dann kamen die Rückschläge. Die Stammzellen-Therapie war laut Auskunft der Ärzte die einzige Möglichkeit, ihr zu helfen. "Meine Töchter und ich haben uns an die Gesellschaft der Deutsche Knochenmarkspenderdatei gewandt. Dort wurde uns binnen vier Wochen zwei 100-Prozent-Spender vermittelt. Meine Frau wird jetzt im Klinikum Essen-Werden auf die Transplantation vorbereitet. Sie ist zwar schlapp, aber es geht ihr psychisch gut", so ihr Mann. Er geht davon aus, dass Ursula Berger Ende April entlassen wird. Die Heilungschancen betragen bei ihr 97 Prozent, so die Ärzte. Allerdings wird sie nach ihrem Klinikaufenthalt sehr vorsichtig leben müssen, da ihr Immunsystem angegriffen ist. Doch die Familie ist zuversichtlich und hat neuen Lebensmut geschöpft. Ein Initiativkreis hat sich im Vorfeld der Typisierungs-Aktion gebildet: Klaus Berger, seine beiden Töchter Andrea Löffler und Beate Tiedermann, Ulrike Huising, Elisabeth und Manfred Römer, wollen – nachdem Ursula Berger einen Spender bekommen hat – nicht aufhören, sondern anderen Leukämie-Patienten helfen.

Sie haben sich um das Hilfspersonal bei der Typisierungsaktion am 20. März gekümmert und Spenden gesammelt. Denn: Die Registrierung und Typisierung des Spenders kostet die DKMS pro Person 50 Euro.

Aufruf an Firmen und Vereine

Bürgermeister Bernd Günther, der gerne die Schirmherrschaft der Aktion am 20. März übernommen hat, macht sich ebenfalls auf die Suche nach Blut- und Geldspendern. Firmen, Vereine, Privatpersonen sind aufgerufen, sich an der Typisierung zu beteiligen, oder Geld zu spenden.

Denn: Jeder fünfte Leukämie-Patient findet keinen geeigneten Spender, da sich nicht alle Menschen typisieren lassen.

(RP)