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Gehbehinderter stürzt im Bus, jetzt entscheidet Gericht

Bürgermonitor - wir bleiben dran! : Gehbehinderter stürzt im Bus – jetzt kommt der Fall vor Gericht

Zwar wurde noch am Unfallort eine Anzeige wegen ‚Fahrlässiger Körperverletzung bei Verkehrsunfall’ aufgenommen. Die Rheinbahn aber schwieg lange zu den Ereignissen. Nun kommt wieder Bewegung in die Sache.

Der Mettmanner Klaus P. Barth und seine Frau nutzten wie so oft den Bus, um mit der Linie 742 von Gruiten nach Hause zu fahren. Am 24. Oktober vergangenen Jahres fuhren also der damals 71-Jährige, der zu 100 Prozent Schwer- und Gebehindert ist und außerdem an Kehlkopfkrebs erkrankt ist, und seine Ehefrau im Bus. Nach einem scharfen Bremsmanöver durch den Busfahrer stürzte der 71-Jährige – und verunfallte.

Den Vorfall beschreibt Klaus P. Barth so: Unabhängig voneinander hätten sowohl er als auch seine Frau rechtzeitig vor der Haltestelle „An der Schmalt“ den Halteknopf gedrückt. „Der Fahrer reagierte nicht, fuhr einfach weiter“ – und sagte, der Halteknopf sei nicht betätigt worden. „Dann bremste der Busfahrer grundlos extrem hart.“ Er alarmierte die Polizei, die noch vor Ort eine Anzeige wegen Fahrlässiger Körperverletzung bei Verkehrsunfall.
Auch dass der Betreiber der Linie, die Rheinbahn, sich nicht um den Fall kümmerte, ärgerte den Mann. Er hatte die Rheinbahn am 30. Oktober, 14. November und 17. Dezember 2019 sowie am 13. Januar 2020 angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten. Erst als er zuletzt erwähnte, einen Rechtsbeistand einzuschalten, kam eine Antwort. Sie war für den Rentner ein Schlag ins Gesicht und lautete in Kurzform, er hätte sich besser festhalten müssen.
Und nun kommt doch noch Bewegung in die Sache. Wie Klaus P. Barth berichtet, „erreichte mich heute Post vom Amtsgericht Mettmann“. Der Brief ist eine Einladung zum Anhörungstermin im Sommer. „In der Strafsache wegen Fahrlässige Körperverletzung werden meine Frau und ich am 25. August im Sitzungssaal an der Gartenstraße gehört.“

(von)