Mettmann: Gegossenes Geschichtsbuch

Mettmann: Gegossenes Geschichtsbuch

Interview Das wachsende Denkmal mit seinen Erinneringen auf dem Lavalplatz erzählt, was in Mettmann geschehen ist. Bernd Günter vom Marketing-Arbeitskreis zur Idee des Denkmals und zu anderen Plänen.

Fünf Ereignisse aus dem Jahr 2008 werden auf einem neuen "Erinnering" des Wachsenden Denkmals auf dem Lavalplatz stehen: 125 Jahre Kirchweihe St. Lambertus, Deutsche und Europa-Meister Dancing Sweathearts, Abriss der Schule Schulstraße, Heimatforscher Horst-G. Hütten ist gestorben und 50 Jahre Behindertensportgemeinschaft. Bernd Günter hat mit dem Marketing-Arbeitskreis Mettmann das wachsende Denkmal geschaffen.

Herr Günter, welche Idee steht hinter dem Wachsenden Denkmal mit den Erinneringen?

Günter Es soll eine Ortschronik sein mit den jeweils wichtigsten Ereignissen des Jahres in Mettmann. Dies ist in der Welt einmalig. Ein Jahr für Jahr wachsendes Denkmal, das künstlerisch anspruchsvoll gestaltet ist, gibt es sonst nirgends. Darauf kann Mettmann stolz sein.

Die fünf Ereignisse aus 2008 stehen fest. Wie viele Mettmanner haben sich an der Abstimmung beteiligt?

Günter Wir hatten bei der Abstimmung von Januar bis Ende Februar eine so hohe Beteiligung wie nie zuvor. 545 Mettmanner haben ihre Stimme abgegeben und entschieden, welche Ereignisse auf dem Ring stehen sollen. Dieses tolle Ergebnis haben wir vor allem über die Stadtbücherei und das Internet erzielt. Auch im Bürgerbüro konnten Stimmen abgegeben werden.

Sind Sie mit dem Abstimmungsergebnis zufrieden?

Günter Es geht nicht darum, ob wir zufrieden sind. Wir akzeptieren das Ergebnis natürlich so, wie die Mettmanner entschieden haben. Toll finde ich, dass Horst-G. Hütten geehrt wird, der für Mettmann viel getan hat. Tatsache ist, 2008 gab es nicht so viele spektakuläre Ereignisse wie in den Vorjahren mit der Blutbuche, der Taufe eines Lufthansajets auf den Namen "Mettmann" oder den Dreharbeiten zum Film "Samba in Mettmann". Interessant fand ich, dass die Mettmanner Negatives wie die Finanzkrise nicht auf dem Ring haben wollen.

Wie entwickeln Sie die Vorschläge dafür, was auf dem Ring stehen könnte?

Günter Die Vorschläge hat sich der Arbeitskreis in mehreren Sitzungen einfallen lassen, nachdem wir uns draußen bei den Mettmannern umgehört haben. Bürger können sich an uns mit Vorschlägen wenden.

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Das Wachsende Denkmal kostet Geld. Sind die Mettmanner denn spendenfreudig für ihre Erinneringe?

Günter Spenden können Institutionen, Firmen, aber auch jeder Bürger. Dafür steht dann sein Name als Sponsor auf dem Ring. Das ist in Deutschland leider nur schwer zu vermitteln. In den USA und Großbritannien ist es üblich, dass Menschen für Projekte Geld geben, die dann ihren Namen tragen. Wir würden uns freuen, wenn sich spendenbereite Bürger melden würden und rufen Privatleute auf, das Sponsoring nicht großen Firmen zu überlassen.

Sie setzen sich mit dem Arbeitskreis ein für die Beschriftung der Ortseingangsschilder mit "Neanderthal-Stadt". Wieweit ist dieses Projekt gediehen?

Günter Auf die Ortseingangsschilder selbst dürfen wir leider nichts schreiben. Aber zusätzliche Schilder mit "Neanderthal-Stadt" werden kommen an den großen Zufahrtsstraßen nach Mettmann und auch an einigen kleineren Straßen. Die Schilder sollen noch vor den Sommerferien montiert werden.

Welche Pläne haben Sie in der nächsten Zeit für den Mettmanner Evolutionspfad vom Lavalplatz in der Innenstadt bis zum Neanderthal Museum?

Günter Auf der einen Seite der Eisenbahnbrücke über der Talstraße steht bereits "Neanderthal". Auf die andere Seite, die ankommende Autofahrer sehen, wollen wir Neanderthal-Stadt Mettmann" schreiben. Das Gelände an der Steinpyramide, die an den Kalkabbau im Tal erinnert, wollen wir zu einer schönen Grünanlage machen. Am Bahnhof Neandertal wollen wir bei der Verschönerung der Unterführung mithelfen.

Es gab da doch noch die Idee, im Neandertal einen Schwebenden Felsen zu installieren?

Günter Das können wir im Moment noch nicht umsetzen, weil wir den Masterplan des Kreises Mettmann für das Neandertal abwarten müssen. Dann aber werden wir den schwebenden Stein mit Hilfe der Kalkwerke Neandertal gegenüber dem Schwarzwaldhaus errichten. 2009 wollen wir übrigens eine gedruckte Dokumentation zum Evolutionspfad erstellen. Im Internet gibt es eine virtuelle Ausführung.

Jürgen Fischer stellte die Fragen

(RP)
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