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Für "Lichtblicke" kilometerweit unterwegs

Mettmanner radelt für den guten Zweck : Für Lichtblicke kilometerweit unterwegs

Jeder Kilometer zählt für Frank Eigelshofen. Denn von jedem erradelten Streckenstück seiner Radtouren kreuz und quer durch NRW erhofft sich der Polizeihauptkommissar Spenden für „Lichtblicke“. „6000 Euro wären ein Traum.“

Wenn es „Von den Zinnen zu den Löwen“ geht, ist damit kein Raubrittermärchen auf einem Mittelaltermarkt gemeint. Mit einer so prosaischen Überschrift benennt Frank Eigelshofen seine aktuelle Etappe.

Der Hauptkommissar aus Mettmann nutzt seine Sommerferien, Überstunden und packt noch Freizeit dazu, um als Radfahrer richtig Kilometer zu machen. Dabei geht es um Spaß am Training, in erster Linie möchte der damit Geld für den Verein Lichtblicke sammeln. „So viel wie möglich“, wie der 58-Jährige betont. Ein eigenes Trikot in Absprache mit Sponsoren und dem Vorstand seines Vereins PSV Mettmann ist beispielsweise anlässlich seiner Tour entworfen worden.

Von seiner Dienststelle in Mettmann mit den berühmten Rädern als Kunstwerken geht es in alle Himmelsrichtungen, beispielsweise nach Düsseldorf. Dort war er in Kaiserswerth und fotografierte. Mal sind es malerische Landschaften wie in Krudenberg, mal sind es Wanderwege, dann sind es Fan-Motive wie etwa vom 1. FC Köln oder dem benachbarten Fußballclub in Leverkusen.

Auch am Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Porta Westfalica machte Frank Eigelshofen Halt. Foto: Frank Eigelshofen

Ebenso wenig bleiben Kunst im Raum und Denkmäler unbeachtet, Markus Lüpertz‘ Interpretation der Gänseliesel, ein Wahrzeichen Monheims, hat er abfotografiert, eine Skulptur des Heimattdichters Schmallenberg im heimatlichen Düssel und Industriedenkmäler entlang der Ruhr.

„Es läuft wirklich gut“, sagt er über die vergangenen 14 Tage, die er bereits absolviert hat. „Die Beine funktionieren, ich bin kerngesund und munter und das Fahrrad hat sich bewährt.“ Das hat er im vergangenen Jahr gekauft. „Das passt. Es ist für mich genial. Jeden Cent, den es gekostet hat, ist es wert.“ Extra ausgestattet mit allerlei Gestänge kann auf der Rennmaschine auch Equipment vom Zelt bis Spirituskocher transportiert werden.

Körper und Transportmittel sind bei seinen Touren gleich wichtig. Es zählen ja schließlich jeder Kilometer und jeder Cent. „Ich habe kein Ziel gesteckt, aber wenn am Ende 6000 Euro zusammen kämen, wäre das ein Traum“, berichtet er über sein angestrebtes Ergebnis.

Bekanntermaßen hatte Frank Eigelshofen eigentlich eine ganz andere Tour geplant. Auf seinem eigens für diesen Roadtrip angeschafften Rad sollte es durch Europa gehen, um Geld für Lichtblicke einzufahren. Dann aber kam ein Virus und löste die Corona-Pandemie aus. Der Lockdown folgte und mit der Rückkehr in die neue Normalität hatte Eigelshoven seine Pläne geändert. „Anstelle Europa zu durchqueren überlegte ich mir Tagestouren“, berichtet er. Mal nach Motto, oft nach Lust und Laune, bevorzugt zu zuvor nicht bekannten Orten und immer mit ordentlichem Pensum.

Nicht nur seine sportlichen Erfolge will der 58-Jährige dokumentieren – in Netzwerken wie WhatsApp postet er quasi Beweisfotos – auch kulturell will er vor Ort recherchieren, also in Remscheids Röntgen-Museum eine Stippvisite machen ebenso wie im Solinger Klingenmuseum. Kleine Anekdoten und große Geschichten will er so zusammentragen. „In Nordrhein-Westfalen gibt es wirklich was zu sehen“, macht er Reklame für Urlaub vor der eigenen Haustür.

Zuletzt zeigte er, wie fit er ist, als er das Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica erreichte, das einen unvergleichlich schönen Ausblick auf das gegenüber liegende Wesergebirge bietet. „Das letzte Stück war wirklich zäh, aber ich wollte unbedingt rauf“, erzählt er. Er freut sich über die absolvierte Leistung.

„Es macht weiterhin Spaß. Die schönsten Momente erlebe ich auf dem Weg, ebenso wie abends am Ziel mit der Freude, dass alles gut geklappt hat“, bilanziert Frank Eigelshofen und schaut auf die kommenden Wochen, in denen er weitere 2500 Kilometer hinter sich bringen möchte.