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Wülfrath: Fröhliches Tunnelflimmern

Wülfrath : Fröhliches Tunnelflimmern

Der Film "Almanya – Willkommen in Deutschland" ist der bisherige Höhepunkt des Kinos am Zeittunnel. Viele Stammgäste besuchen alle Vorstellungen der Filmwoche und erleben gesellige Abende.

Der Film "Almanya — Willkommen in Deutschland" ist der bisherige Höhepunkt des Kinos am Zeittunnel. Viele Stammgäste besuchen alle Vorstellungen der Filmwoche und erleben gesellige Abende.

Zu dem Film "Almanya — Willkommen in Deutschland", strömten Mittwochabend endlich die Besucher zur fünften Auflage des Tunnelflimmerns — Einheimische, Auswärtige wie Stammgäste. Viele brachten Mengen dicker Jacken, Kissen, Decken mit, als wollten sie am Zeittunnel übernachten. Am Grillstand des Zeittunnel-Fördervereins deckten sie sich mit Abendessen ein. In fröhlichen Runden standen sie mit einem Glas Prosecco, Rotwein, Bier oder Punsch vor dem Getränkezelt von Zigarrenhaus Schlüter und WüRG.

Popcorn muss sein

Vor der Popcorn-Maschine von Wülfrath pro bildeten sich Schlangen. "Popcorn muss sein. Ganz egal wie der Film ist", schmunzelte Besucherin Gita Holitschke. Zu bereits aufgestellten 180 Stühlen ließ Zeittunnel-Leiterin Andrea Gellert noch weitere heranschleppen. 213 Gäste wurden schließlich gezählt. "Der Aufwand ist bei jeder Vorführung gleich. Aber man freut sich doch, wenn viele kommen. Da geht das Herz auf", so Gellert.

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"Almanya" ist ein sehr persönlicher Film der Samdereli-Schwestern. Er basiert auf eigenen Erlebnissen. Warmherzig, mit leichtem Augenzwinkern erzählt er die Geschichte von Hüseyin Yilmaz, der vor fast einem halben Jahrhundert als 1 000 001. Gastarbeiter nach Deutschland kam und seine Familie aus der Türkei nachholte.

Es war ein Anfang voll wundersamer Eindrücke und sprachlicher Hindernisse. Jetzt wächst die Enkel-Generation heran. Canan (25), die von einem Briten schwanger ist, weiß nicht, wie sie das der Familie beibringen soll. Cenk (6) stellt sich die Frage, "wer oder was bin ich", als ihn weder die deutsche noch die türkische Mannschaft in der Schule mitspielen lässt.

Auf einer Türkei-Reise des Familienverbands stirbt Hüseyin. Die Rede, die er als Gastarbeiter der ersten Stunde bei einer Feier der Bundeskanzlerin halten sollte, hält jetzt der Enkel. Zum Ende des befreiend humorvollen Films um Integration ist auf der Großleinwand der Satz von Max Frisch zu lesen: "Wir haben Arbeitskräfte gerufen, und es sind Menschen gekommen."

Mark Rieder, Kino-Experte und Koordinator des Tunnelflimmerns, freute sich über die vielen Besucher. "Man sucht ja nach Bestätigung. Da fragt man sich schon, hast du die richtigen Filme ausgesucht? auch wenn man für das Wetter nichts kann." Die große Zahl Stammgäste, die zum Zeittunnel-Kino kommen und trotz Regens jede Veranstaltung besuchten, mache ihm für die Zukunft Mut.

(rmg)