Mettmann: Fröhliches Fest für Kinder

Mettmann : Fröhliches Fest für Kinder

Junge Mettmanner übergaben Bürgermeister eine Wunschliste.Auf die Notwendigkeit von Hausaufgabenbetreuung und von Betreuungsplätzen hingewiesen.

Die Demonstration in der Mettmanner Innenstadt verlief friedlich: trotz trillernder, tutender und hupender Demonstranten, die hartnäckig ihre Plakate und Transparente in die Höhe hielten, gab es nur erfreuliche Zwischenfälle, wie die Übergabe einer Petition an Bürgermeister Bodo Nowodworski. Die lächelnden Demonstranten waren allesamt Kinder. Zum Weltkindertag am Samstag hatten Schüler der Astrid-Lindgren-Schule eine Demo auf die Beine gestellt und trafen einen Bürgermeister, der sich ihren Fragen an Ort und Stelle stellte und versprach, den Inhalt der Schriftrolle gewissenhaft zu bearbeiten.

Dass Kinder an diesem Tag an ihre Rechte erinnerten, lobte er, denn: „Ihr seid nicht nur das größte und schönste Geschenk, das Eltern bekommen können, sondern auch die Zukunft unseres Landes – darauf müssen wir Euch gut vorbereiten. Einer von Euch hier könnte zum Beispiel mal Bürgermeister werden, nicht wahr?“ Wichtiger als die Karriere sind den Kindern bis dahin: Verschmutzung von Spielplätzen, Umweltschutz, Lehrermangel, Krieg, und Geschwindigkeitskontrollen in Tempo 30-Zonen, wie die Transparente beklagen.

Viele leben von Sozialhilfe

In der Kreisstadt glich das Innenstadttreiben Tag einer Fachmesse, denn viele Organisationen und Vereine präsentierten sich und ihre Inhalte kindgerecht. Es gab viel zu spielen, basteln und entdecken. Dass der Alltag nicht für alle Kinder so sorglos ist wie an einem Aktionstag wie diesem, ist unbestritten. Im Mettmanner Raum leben zehn Prozent der Kinder von der Sozialhilfe und da ein Bildungsgefälle dazu gehört, weist Jugendamtmitarbeiterin Riccarda Quack auf die immense Bedeutung einer Hausaufgabenbetreuung hin: „Die Offenen Ganztagsschulen dürfen keine Verwahranstalt werden, sondern brauchen Qualität bei der Betreuung. Das geht nicht zum Billigpreis.“

Betreuung können nur wenige bezahlen und so sind die Wartelisten für die kostenlose Hausaufgabenbetreuung beim Kinderschutzbund sehr lang. Weiterhin aktuell ist auch die Problematik in der Betreuung von Kindern unter drei Jahren:“ Die Familienstruktur hat sich stark verändert, weil es immer mehr Alleinerziehende gibt. Dazu kommt, dass viele Frauen früh wieder in den Beruf zurück wollen oder müssen. „Der Bedarf an Kleinkind-Betreuungsplätzen ist nicht gedeckt.“, kennt Claudia Beck vom Jugendamt Mettmann die Lage.

Da das Land jedoch solche Plätze nicht bezuschusst und die bestehende Kindergartenkapazität noch drei bis vier Jahre lang für die drei- bis sechsjährigen Kinder benötigt wird, heißt es, sich in Geduld üben. Mettmanns Bürgermeister erklärte den Demonstranten deutlich: „Leider ist Mettmann ziemlich pleite.“

(RP)
Mehr von RP ONLINE