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Friseure freuen sich auf Neustart

Wirtschaft in Mettmann : Friseure freuen sich auf den Neustart

Ab dem 4. Mai dürfen die Salons in Mettmann, Erkrath und Wülfrath wieder öffnen. Auch Hans-Peter Dillenberg, Andrea Göckeler und Michelle Daus sind dabei. Die Inhaber wenden einen optimistischen Blick nach vorne.

Die Scheren sind geschliffen, die Kämme poliert: Hans-Peter Dillenberg „freut sich, dass es wieder losgeht. Es wird anstrengend“, sagt der Inhaber des gleichnamigen Salons zum Neustart. Ab Montag dürfen Friseure wieder öffnen. Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten, wird eine „Herausforderung, aber wir schaffen das“. Stunde um Stunde füllt sich der Terminaklender, „in dieser Woche ist nichts mehr zu machen“, sagt er mit Blick in das Auftragsbuch. Denn selbst alle Arbeiten sind jetzt wesentlich aufwendiger, „die Haare müssen immer gewaschen werden“, erklärt Dillenberg das neue Prozedere.

Seit der behördlich verordneten Schließung am 24. März ist er mit seinen Stammkunden „in Kontakt geblieben, ich war regelmäßig im Geschäft, hatte eine Rufumleitung eingerichtet“. Viele baten um einen Hausbesuch, „mal eben Haare schneiden oder Farbe machen, wir haben alles abgelehnt. Das ist nicht erlaubt.“

Trotz der Zwangspause steht er geschäftlich gut da, „wir sind liquide“, das vergangene Geschäftsjahr war gut, ebenso der Start 2020. „Wenn es jetzt keine weitere Schließung wegen einer Kontaktsperre gibt, kommen wir gut durch.“

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Nicht alle bilanzieren so positiv, wie Uwe Ranke, Obermeister und in der Kreishandwerkerschaft Sprecher der Friseure, weiß. „Nicht alle konnten die Zeit locker überbrücken, bei manchen wird es eng werden.“ Viele kleine Betriebe beantragten zum Beispiel staatliche Hilfen, schickten Teilzeit-Mitarbeiter schweren Herzens in Kurzarbeit, um weiter liquide zu bleiben. Auch die Abstands- und Hygieneverordnungen sind mit Investitionen verbunden. „Bei manchen wird nicht jeder Stuhl belegt, um Abstand halten zu können“, mit dem Verbrauch von etwa 100 Masken im Monat rechnet beispielsweise Hans-Peter Dillenberg.

 Andrea Göckeler zählt auch Krebs-Patientinnen zu ihren Kundinnen, daher durfte sie geöffnet halten.
Andrea Göckeler zählt auch Krebs-Patientinnen zu ihren Kundinnen, daher durfte sie geöffnet halten. Foto: Köhlen, Stephan (teph)

„Und wir tragen Schutzkittel“, fügt Andrea B. Göckeler hinzu. Sie betreibt in Erkrath nicht einen einfachen Salon für Frauen und Männer, sie betreut auch Chemo-Patienten. Deshalb blieb ihr Geschäft auch geöffnet. „Meine Angestellten durfte ich nicht beschäftigen“, nur die Chefin arbeitete. „Deshalb freuen wir uns alle gemeinsam, jetzt wieder zusammen loslegen zu können“, berichtet sie begeistert über die Vorbereitungen. „Wir sind ausgerüstet. Das ist ein teures Unterfangen. Aber so sind die Vorschriften“, sagt sie über Mund-Nase-Bedecker und Visiere als Augenschutz. „An das Tragen der Maske haben wir uns jetzt gewöhnt“, gut zu atmen sei eben auch eine Frage des Trainings.

Ebenso wie bei der Wülfrather Kollegin Michelle Daus gehen die Termine weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. „Wir sind ausgebucht“, sagt die Wülfratherin mit dem Geschäft an der Loev. Die vergangenen Wochen waren „nicht ohne, ich habe sehr, sehr viele Telefonate mit Stammkunden geführt“. Immer wieder musste sie, ebenso wie die Kollegen, die Bitte nach privaten Terminen abweisen. „Aber sehr häufig konnte ich telefonisch Tipps geben“, erzählt sie beispielsweise über die oft von Kundinnen gestellte Frage zum korrekten, gut ausschauenden Ansätze färben.

„Zur Überbrückung habe ich manchmal Produkte wie Ansatzspray oder Haarpuder per Post verschickt“, benennt die Friseurmeisterin einen weiteren Service. Sehr häufig haben Kunden „einfach nur mit mir reden wollen“, der Besuch beim Friseur ist eben oft mehr als bloß waschen, schneiden, stylen, sondern auch Kommunikationsplattform. „Wir öffnen Montag, die Nachfrage ist riesig“, freie Termine gibt es ab dem 12. Mai – vereinzelt. Den Neustart sehnen eben auch die Kunden sehnsüchtig herbei.