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Mettmann: Freude über ein Fahrrad

Mettmann : Freude über ein Fahrrad

Nach unserem Aufruf schicken Leser sehr persönliche und anrührende Geschichten. Die Kinder erlebten das Christkind und den Weihnachtsmann auf unterschiedliche Art und Weise.

Weihnachten hat bei vielen Lesern und Leserinnen Erinnerung an ihre Kinder- und Jugendzeit wachgerufen. Elfi Horn aus Erkrath lebte als Fünfjährige 1954 zusammen mit ihrer Familie in Sachsen am Rande des Erzgebirges. "Das Weihnachtswetter war damals noch so, wie es oft in Liedern und Geschichten beschrieben wird. Meine Großeltern und mein Onkel mussten immer mehrere Kilometer durch hohen Schnee stapfen, wenn sie zu kamen."

Vater hatte ein Lichterhaus gebaut

Ihr Vater hatte ein Lichterhaus selbst hergestellt. Die kleinen Fenster wurden mit buntem, durchsichtigem Papier versehen. Im Hausinnern brannte eine Glühbirne, die das Haus erleuchtete.

Vor der Bescherung, schreibt Elfie Horn, wurde reichlich gegessen. Es gab jedes Jahr Kaninchen, dazu Grüne Klöße und Rotkohl. "Getrunken wurde Kirschwein, den meine Oma selbst herstellte. Am Abend kam dann der Weihnachtsmann. Als Fünfjährige hatte ich ganz schön Angst. Leider war mein Onkel Gerhard da gerade Bier holen und hat ihn verpasst!! Meine Geschenke waren eine Puppe und ein Fahrrad."

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Peter Engelhardt aus Mettmann erinnert sich an Weihnachten 1953 oder 1954, so genau weiß er es nicht mehr. Jedenfalls hatte sich die ganze Familie Heiligabend an der Talstraße in der Wohnung der Großeltern getroffen. Nach dem sich alle an Kartoffelsalat und Würstchen satt gegessen hatten, wurde gesungen. "Alle sangen mit, auch die jungen Leute. Die zwar mit Widerwillen, doch sie sangen", schreibt er.

Der Höhepunkt war der Musikvortrag des Großvaters (Tenor), und seiner drei Töchter (Sopran, Mezzosopran und Alt): Sie sangen die "Hymne an die Nacht". Musik von Beethoven, Text von Novalis. "Diese gefühlvolle Musik hat sich bis heute ganz tief in meinem Gedächtnis verankert und ist mit meiner Weihnacht eng verwachsen." Plötzlich, so berichtet Peter Engelhardt, klopfte jemand an der Haustür. "Peter, schau doch mal nach, wer die Frechheit hat, uns am Heiligen Abend zu stören", meinten die Erwachsenen. Peter Engelhardt musste nachsehen, ging runter, Haustüre auf, niemand da. "Opa, da ist niemand". "Jung, dann komm wieder rauf. Da hat sich wohl jemand einen Scherz mit uns erlaubt." Doch als der kleine Junge ins Wohnzimmer zurückgeht, entdeckt er auf dem Flur einen Roller. "Nicht einer mit Holzrädern, nein, da stand ein Roller mit Stahlrahmen und Luftbereifung. Mein Traum. Und das Schönste war — dieses Prachtstück hatte das Christkind höchstpersönlich gebracht. Ich werde diesen Augenblick der riesigen Freude nicht vergessen.

Später dann, viele Jahre später, stellte sich heraus, dass das Christkind unser lieber Nachbar Erich Peters war, der auf Bitte meines Großvaters, selbstverständlich ein paar Mal an die Haustür pochte, da mit ,de Jung en bisken Spass hätt'." Ulrike Hackmüllers Erinnerungen gehen ins Jahr 1946 zurück. "Unser Zuhause war ein einziger Raum mit einem Fenster hoch oben in einer ehemaligen Fabrikantenvilla. In der Wohnküche saßen Mütter, Tanten und Kinder. Väter gab es nicht. Ein einziges Kerzel auf einem Tannenzweig brannte, es war dunkel und eng. Und dann klopfte es. Ein Stampfen und Poltern, die Tür ging auf und der Ruprecht stand leibhaftig vor uns.

Ich hatte Angst, was sonst. Er nahm mich auf den Arm und dann setzte er mich Mutti auf den Schoß. Doch Ruprecht brachte Licht und zündete nacheinander die Kerzen am Christbaum an. Furcht und Beklemmung wichen aus unseren Kinderherzen — welch ein Geschenk. Schon lange war es her, dass wir eine Männerstimme gehört hatten. Sie klang weich und sanft, Vater kam erst drei Jahre später."

(RP)