Mettmann Freiwillig die Praxis erkunden

Mettmann · Mit dem Modellprojekt Startklar geben die Kreishandwerker Haupt-, Gesamt- und Förderschülern eine Möglichkeit, sich neben dem Unterricht auf eine Lehrstelle vorzubereiten.

 Stolz präsentieren sich die Schüler mit ihren Zertifikaten der Kreishandwerkerschaft.

Stolz präsentieren sich die Schüler mit ihren Zertifikaten der Kreishandwerkerschaft.

Foto: Achim Hüskes

Mit dem Modellprojekt Startklar hat sich die Kreishandwerkerschaft Mettmann ein engagiertes Vorhaben auf die Fahne geschrieben, um Schüler von Haupt- Gesamt- und Förderschulen außerhalb des Unterrichts praxisnah auf eine Lehrstelle vorzubereiten. In dem dreijährigen Programm durchlaufen Jugendliche unterschiedliche Praxisstufen, um so vor allem Wissen über mehrere Berufsfelder zu sammeln: "Viele Schüler haben wegen fehlender Praxiserfahrung oft keine Vorstellung von Berufen und den damit verbundenen Anforderungen, die an einen Auszubildenden gestellt werden", sagte Gabriele Leßel, Diplom-Pädagogin und Leiterin der Abteilung Berufsbildung. Der erste Schritt des Projekts sei in der achten Klasse das Heranführen an vier Arbeitsbereiche: Friseur, Holz- oder Metall- sowie Farb- und Lackhandwerk.

Kurse in der Freizeit

Zwei Wochen lang werden die unterschiedlichen Handwerke für je drei volle Tage in den Werkstätten der Kreishandwerkerschaft ausprobiert. Anschließend erstellen die Betreuer eine Kompetenzanalyse, mit der sich 25 Prozent der Schüler für die Teilnahme an den Praxismodulen im neunten Schuljahr qualifizieren können: "Da diese Kurse in der Freizeit absolviert werden, wollen wir sicher sein, die zuverlässigsten Schüler zum Modulteil zuzulassen", sagte Leßel. Innerhalb der Module sollen die Schüler pro Schulhalbjahr 40 Praxisstunden belegen, die von Trägern wie der Volkshochschule, dem Einzelhandelsverband oder der Handwerkskammer in den unterschiedlichsten Fachbereichen angeboten werden. Die engagiertesten Schüler zeichnete die Kreishandwerkerschaft am Mittwoch mit einem Zertifikat aus, das ihre erworbenen Zusatzkompetenzen dokumentiert.

Aslan Kaplan (15), Albert-Schweitzer-Schule Erkrath, kann nun zu seinem Schulzeugnis Wissen über Grundlagen der Elektronik vorweisen. Darüber hinaus weiß er nach einem erweiternden Mathematikkurs, wie man Materialbedarf und -kosten errechnet und welcher erste Eindruck beim Bewerbungsgespräch gut ankommt. Seine Mitschülerinnen Soraya Chawki (16), Simone Hacke (16) und Jeta Jaschari (16) lernten im Verkaufstraining die richtigen Präsentationstechniken: "Wir mussten uns selber sowie ein Produkt vor dem Kurs präsentieren. Diese Situation war ungewohnt, aber wir einiges gelernt!" Für Zeitverschwendung hielt das Angebot keiner der Jugendlichen. "Durch das Projekt bekommen wir die Möglichkeit, uns zu verbessern und somit eine bessere Chance auf eine Lehrstelle", sagte Aslan. Für das Langzeitpraktikum, das in der zehnten Klasse ansteht, hat er schon eine Stelle bei einem Schreiner sicher.

(RP)
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