Erkrath: Frau kostet Streit mit Mann aus

Erkrath: Frau kostet Streit mit Mann aus

Die Kabarettistin Tina Teubner gastiert anlässlich des internationalen Frauentages im Hochdahler Bürgerhaus.Sie überzeugt mit Worten und Pointen sowie als Teufelsgeigerin. Ihr Partner Ben Süverkrüp begeistert mit Klavier-Variationen.

"Anti-nett" wollte die Kabarettistin Tina Teubner im Hochdahler Bürgerhaus sein. Organisiert wurde der Abend von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Erkrath, Annegret Pollmann, anlässlich des gestrigen 99. internationalen Frauentages. Das Thema "Tagebuch meines Mannes" stand im Mittelpunkt einer weiblichen Betrachtungsweise von Partnerschaft. Damit dieser Blick nicht einseitig verlief, verhalf ihr musikalischer Begleiter Ben Süverkrüp mit seiner Stimme zum Nachdenken. Synchron klagten sich beide an: Mit Streitfloskeln zwischen Mann und Frau, die jeder kennt.

Partnerschafts-Stress

Diese Tiraden im partnerschaftlichen Stress-Streit kamen beim Publikum an, ob als Kabarett-Pointe oder als Spiegel im eigenen Alltag. "Du bist wie deine Mutter, unerotisch!" Wenn Mann und Frau das sagen, klingt das doppelt banal. Aber die Sätze, die im Streit ausgesprochen werden, sind immer banal, war die Botschaft von Tina Teubner. So wenn sie behauptet, dass die Lebensentwicklung bei ihrem Mann direkt von der Pubertät in den Altersstarrsinn übergeht. Aber auch Selbstkritik übt die Kabarettistin. In der Depressiv-Variante ihrer Aggressionen sagt sie: Es muss sich was ändern! Und sie gesteht, dass sie ihren Mann trotz aller Streitereien liebt.

Beeindruckende Musikalität

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Bei dem Frauenabend in Hochdahl, bei dem fast genauso viele Männer anwesend waren, berührte aber noch mehr die Musikalität der Künstler. Ben Süverkrüp legte die Klavier-Variationen über das ungewöhnliche Thema "Bach-Mozart-Theo wir fahr'n nach Lodz" vor, virtuos und technisch vorzüglich. Im Publikum wurden die ersten Bravo-Rufe laut. Begeistert waren die Zuschauer auch von der Musikalität von Tina Teubner, die nicht nur klar und frisch singen kann, sondern auch teufelsmäßig gut auf der Geige spielt, von der singenden Säge ganz zu schweigen.

Sätze in eigener Frauensache wurden an diesem Abend nicht verschwiegen. Annegret Pollmann forderte das Publikum auf, sich an einer Unterschriftenaktion zur Fortsetzung der Frauenpolitik im Kreis Mettmann einzusetzen. Dort wird in Erwägung gezogen, Beratungsstellen für Frauen-Berufseinsteiger zu streichen. Die stellvertretende Bürgermeisterin, Edeltraut van Venrooy forderte für die Frauen, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, seit 100 Jahren Thema. Anlass dieser neuerlichen Forderung war die schlechte deutsche Position in dieser EU-Statistik, gerade veröffentlicht.

Danach erhalten deutsche Frauen für gleiche Arbeit durchschnittlich 23 Prozent weniger Lohn als Männer. Die Frauen fordern, die Hälfte der Zeit, der Macht und des Geldes, sagte van Venrooy zum internationalen Frauentag.

(RP)
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