Erkrath: Fraktionen warten auf Antwort zur A 3

Erkrath: Fraktionen warten auf Antwort zur A 3

Der Vertreter des Landesbetriebs fehlte in der Ausschusssitzung. Die Bahn will die Schranke in Hochdahl schließen.

Lange Gesichter gab's gestern Abend bei den Mitgliedern des Planungsausschusses: Der Vertreter des Landesbetriebes Straßenbau NRW kam nicht in die Sitzung, um über die geplante Sanierung der Autobahn 3 zwischen dem Autobahnkreuz Hilden und der Anschlussstelle Mettmann zu berichten. "Der Referent hat Terminschwierigkeiten", sagte Beigeordneter Fabian Schmidt. Nach telefonischer Aussage des Landesbetriebes Straßenbau liegt nun seit dem 7. Dezember beim Landesbetrieb die Genehmigung des Bundes zur Sanierung der A 3 mit Flüsterasphalt vor. Demnach hat der Bund der geplanten Sanierung unter Auflagen zugestimmt. Der Baustart ist nach Aussage des Landesbetriebes für das Frühjahr 2014 vorgesehen. Bis Ende Februar sollen Bäume gefällt werden.

Ein "Hammer" war für die Mitglieder ein Bericht der Stadtverwaltung: Die Deutsche Bahn hat die Ausschreibung zur Umgestaltung des S-Bahnhofs Hochdahl zurückgenommen. Begründung: Die Bahnsteighöhe weise in diesem Bereich 96 Zentimeter Höhe aus, doch künftig müssen es 76 Zentimeter sein, damit die Bahn, beziehungsweise der VRR, die neuen Züge einsetzen könne. Verbunden damit ist die auch das Aus für die Ausschreibung zur baulichen Aufhebung des schienengleichen Bahnübergangs am S-Bahnhof Erkrath-Hochdahl. Das bedeutet: kein Bau eines behindertengerechten beziehungsweise zumindest barriereärmeren Zugangs zum Bahnsteig sowie insbesondere auch zum nördlich gelegenen Teil des Ortsteils Alt-Hochdahl. Damit entfiele jede Aussicht darauf, zumindest noch in diesem Jahr mit den seit Jahrzehnten überfälligen Bauarbeiten zu beginnen, hieß es.

Und es kommt noch dicker: Die Bahn wolle im August 2013 die vorhandene Schranke schließen, so dass ein Queren der Bahnanlagen auf Straßenniveau für mobilitätsbeeinträchtigte Menschen und allgemeinen Fußgänger- sowie Radverkehr sowie von Norden auch für Kraftverkehr ausgeschlossen werde.

Das sei für Erkrath eine Katastrophe oder besser: Es wäre eine solche, wenn es denn so käme. Es müsse verhindert werden, dass dies wirklich geschehe, sagen die Fraktionen.

Abgesehen davon, dass das Verfahren bis zur Ausschreibung seitens der Bahn schon äußerst fragwürdig gewesen war, so die Fraktionen weiter. Denn die Stadt Erkrath sei unter Druck gesetzt worden, was das "alternativlose" Einfordern der Zustimmung der Stadt zu einer Planung ohne wirkliche Berücksichtigung der städtischen Interessen im Sinne der Menschen in Hochdahl betreffe.

Der VRR habe die Aufhebung veranlasst und sich für die Sperrung der vorgesehenen Finanzmittel eingesetzt, sagte Amtsleiter Heinz-Peter Heffungs. Denn der VRR beabsichtige, die demnächst zu bestellenden S-Bahnzüge der Linien S 5 und S 8 mit einer Ausstiegshöhe von 76 Zentimetern mit einer Höhe von 96 Zentimetern über Gleis auszuschreiben. Der Ausschuss hat deshalb beschlossen, den VRR und Vertreter der Bahn-AG und des Kreises zu einem Gespräch mit dem Ausschuss in nächster Zeit einzuladen.

In einer Bürgerversammlung soll ein weiterer Tagesordnungspunkt vorgestellt werden: Die "Deutsche Reihenhaus" will ein Gelände an der Hauptstraße in Alt-Hochdahl erwerben und bebauen. Vorgesehen sind 21 Reihenhäuser (davon elf mit einer Wohnfläche von 116 Quadratmetern und zehn mit 141 Quadratmetern.)

Eine vier Meter hohe Lärmschutzwand soll die Wohnsiedlung von dem Bahnlärm abschirmen. Peter Knitsch (Grüne) will prüfen lassen, ob nicht auch neben den Reihenhäusern Geschosswohnungsbau möglich sei. Bedarf sei jedenfalls in Hochdahl und in ganz Erkrath vorhanden.

(RP)