Wülfrath: Forensik: Verhandlungen haken

Wülfrath: Forensik: Verhandlungen haken

Es sind schwierige Gespräche zwischen Ministerium, Diakonie und Stadt. Entscheidung erst 2014?

Wer in diesen Tagen mit den Verhandlungsführern in Sachen Forensik im Landgerichtsbezirk Wuppertal spricht, erntet viel Kopfschütteln noch weniger Auskünfte. Die Gespräche laufen — aber sie stocken. Nicht, weil die Partner nicht an einer einvernehmlichen Lösung interessiert sind. Das Problem sind gegenseitige Abhängigkeiten. Die sind so hakelig, dass man in Wülfrath nicht mehr mit einer Entscheidung in diesem Jahr rechnet. Für oder gegen Wülfrath.

Die Entscheidung über die verbliebenen vier Forensikstandorte in NRW bleibt offen. 65 Vorschläge gibt es, darunter ist auch das Angebot der Bergischen Diakonie Aprath, das Areal in Oberdüssel, auf dem derzeit die Kinder- und Jugendeinrichtungen untergebracht sind, zu verkaufen. Im Landgerichtsbezirk Wuppertal geht es um drei Standorte: neben dem der Diakonie in Oberdüssel noch zwei Standorte in Wuppertal. Im NRW-Gesundheitsministerium verweist man auf die Prüfung des Standortes.

Zudem verhandele man mit der Diakonie als Noch-Eigentümer des Grundstücks. Aber man könne einen Standort in Aprath, wenn man sich dafür entscheiden würde, nur dann nehmen, wenn man ein konkretes Angebot für das Areal vorliegen hat, sagt ein Ministeriumssprecher. Zeitgleich sondiert die Diakonie die Lage. Sie braucht Ausgleichsflächen für die Kinder- und Jugendeinrichtungen, möglichst in Wülfrath, wie der Vorstand der Bergischen Diakonie Aprath, Jörg Hohlweger, der RP bestätigt. Bevor ein geeignetes Gebiet aber nicht geprüft ist und über ein Angebot konkret gesprochen werden könnte, kann die Diakonie auch kein direktes Verkaufsangebot für die jetzigen Flächen abgeben. Eine Zwickmühle, die alle Beteiligten fesselt und die Verhandlungen nur langsam vorankommen lässt.

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Aber es gibt Hoffnung. "Wir haben noch einige wichtige Dinge zu besprechen, aber wir stehen nicht am Anfang", sagt Hohlweger. Um in der Fußballersprache zu bleiben: Man sei deutlich in der zweiten Halbzeit. Die Stadt Wülfrath hat das Problem, keine Entscheidungsfreiheit zu haben.

Doch sie möchte natürlich die Bergische Diakonie als großen Arbeitgeber in der Stadt halten, ist also äußerst bemüht, einen geeigneten Ausgleichsstandort für die Kinder- und Jugendeinrichtungen anzubieten.

(RP)
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