Wülfrath: Forensik-Entscheidung erst im nächsten Jahr?

Wülfrath: Forensik-Entscheidung erst im nächsten Jahr?

Die Verhandlungen und Prüfungen darüber, ob Wülfrath Standort einer neuen Straftäterklinik wird, ziehen sich hin.

"Wir würden es gerne früher entscheiden, aber ich kann nicht ausschließen, dass die Entscheidung erst im nächsten Jahr fällt", sagt der Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums, Christoph Meinerz. Seit Monaten warten alle beteiligten auf eine Entscheidung, ob die neue Forensik auf dem jetzigen Gelände der Bergischen Diakonie Aprath gebaut wird. Es sei eine komplizierte Situation, sagt Meinerz. Der Grund: Sollte sich das NRW-Gesundheitsministerium für den Standort Wülfrath mit einer Straftäterklinik für den Landgerichtsbezirk Wuppertal entscheiden, müssten die jetzt dort ansässigen Einrichtungen der Diakonie umgesiedelt werden.

Als der Vorstand der Bergischen Diakonie Aprath im Dezember 2012 dem NRW-Gesundheitsministerium das Grundstück in Oberdüssel als möglichen neuen Standort einer Forensischen Klinik anbot, glaubte man in Wülfrath an eine zeitnahe Entscheidung von Ja oder Nein. Im Februar wohl werde man sich entscheiden, hieß es damals im Ministerium. Dann könne man, wenn es dazu komme, im zweiten Quartal bereits eine Bauvoranfrage bei der Stadt stellen. Bis heute ist in Fragen Forensik letztlich nichts entschieden.

Immer wieder wurde der Entscheidungstermin verschoben. Erst Anfang des Jahres, dann Februar, dann Frühsommer, dann Sommer. Jetzt mag man sich in Düsseldorf selbst auf dieses Jahr nicht mehr festlegen.

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Fakt ist: Die Entscheidung über die fünf Forensikstandorte in NRW bleibt offen. 65 Vorschläge gibt es, darunter ist auch das Angebot der Bergischen Diakonie Aprath, das Areal in Oberdüssel, auf dem derzeit die Kinder- und Jugendeinrichtungen untergebracht sind, zu verkaufen.

Im Landgerichtsbezirk Wuppertal gehe es um drei Standorte: neben dem der Diakonie in Oberdüssel noch zwei Standorte in Wuppertal (Müngstener Straße und Kleine Höhe). Dabei ist das Murren bei den Verantwortlichen der Stadt unüberhörbar geworden. Viele im Rathaus und auch in den Parteien mahnen Planungssicherheit an. Immerhin hat das Votum für eine Forensik in der Kalkstadt auch Folgen für die Stadt. Wo ziehen die Kinder- und Jugendeinrichtungen der Bergischen Diakonie hin, die jetzt noch auf dem Gelände sind?

(RP)
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