Wülfrath "Fliege" in neuen Räumen

Düsseldorf · "Flexible individuelle Einzelfallhilfe Gruppen- und Elternarbeit" feiert am 28. März Eröffnung an der Schulstraße.Eltern erhalten Erziehungshilfe für ihre Schulkinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren.

Die "Fliege" hat ein neues Domizil. Nachdem die ambulante Hilfe zur Erziehung 2001 in der Angerschule eröffnet wurde, später im Jugendhaus in den Eschen und der ehemaligen Wohnung in der Stadthalle untergebracht war, hat sie am 1. Februar ihre Arbeit in Räumen des ehemaligen Jugendamts aufgenommen. Offizielle Eröffnungsfeier ist am 28. März.

Sabine Neumann, Fachgruppenleiterin "Hilfe zur Erziehung", wozu auch "Fliege" gehört, freut sich über den neuen Standort an der Schulstraße. " Alles ist heller. Wir haben ganz kurze Wege zum Jugendhaus, können besser kooperieren. Vor allem haben wir mehr Platz." Es gibt einen Hausaufgabenraum, in dem jedes Kind seinen Tisch hat. Hier wird auch Leseförderung betrieben und Mathe geübt.

Es gibt einen Bewegungsraum mit abgetrennter Essecke, in dem Gruppen-Angebote, Bewegungsspiele, Abschluss-Runde zur Reflektion der Woche und anderes mehr stattfinden. Einen Raum zum Zurückziehen, Spielen, Lesen, eine Küche sowie ein Büro für Sozialarbeiterinnen Neumann und Andrea Horak und Cyrus Adib, Sozialwissenschaftler mit Zusatzausbildung Systemische Beratung.

Sie betreuen acht Grundschüler beziehungsweise Schüler von Förderschulen, Alter 6-12 Jahre, von Dienstag bis Donnerstag, jeweils 11.30-17 Uhr. Hinzu kommen Einzeltermine und Unternehmungen, Kontakte zu Lehrern und Ergotherapeuten, Hausbesuche und Elterngespräche. "Ein wichtiger Aspekt ist, dass sich auch die Familien-Situation ändert, dass Eltern selbst Verantwortung übernehmen", sagt Neumann.

Problematisches Elternhaus

"Fliege" ist die Abkürzung für "Flexible individuelle Einzelfallhilfe Gruppen- und Elternarbeit". Ihr "Auftraggeber", so Neumann, sind die Kollegen der Erziehungshilfe, die bei den jeweiligen Eltern Überzeugungsarbeit leisten. Nicht selten kommen die Kinder aus sozialschwachem und/oder multi-problembeladenem Elternhaus.

Zu den Aufgaben von Fliege gehören Vermittlung von Selbstwertgefühl, Selbstständigkeit, emotionaler Sicherheit, Aufgeschlossenheit, Spaß am Lernen. "Schulischer Erfolg stabilisiert natürlich sehr", betont Sabine Neumann. Wenn die Kinder nach der Schule zur Fliege kommen, lassen die einen erst einmal Frust ab, andere brauchen Ruhe, Bewegung oder holen sich "Streicheleinheiten" ab. Sie werden freundlich begrüßt und als Persönlichkeiten wahrgenommen. "Dienstags, also nach den Wochenenden, haben sie das Bedürfnis ganz, ganz viel zu erzählen und zu essen."

Um langfristig Geld einzusparen, wurde 2009 das Jugend- und Sozialamt umstrukturiert. Hilfe zur Erziehung- unter anderem mit "Fliege"- wurde der Fachabteilung I unterstellt, wie auch Allgemeiner Sozialer Dienst, Kinder- und Jugendförderung.

Jugendhilfeausschuss, 18. Mai, wird Fliege vorgestellt.

(RP)