Erkrath: Fit und beweglich mit Karate

Erkrath: Fit und beweglich mit Karate

Helden, die mit der bloßen Hand Ziegelsteine zerschlagen oder ihre Gegner mit ein paar Handgriffen niederringen – diese Bilder haben viele Anfänger im Kopf, wenn sie das erste Mal zum Karate-Training kommen. Doch in der Sporthalle der Erkrather Johannesschule herrschte am Samstag beim Schnuppertraining unter dem Motto "Deutschland bewegt sich" Ruhe. Kein Kampfgeschrei, keine spektakulären Handgreiflichkeiten. Konzentriert und diszipliniert wärmen sich die Sportler in den weißen Anzügen auf. "Vor allem Kinder und Jugendliche kommen oft mit der Vorstellung, sie könnten nach zwei Stunden Bretter zertrümmern oder sich alleine gegen wildgewordene Horden verteidigen", berichtet Peter Schubert.

Fitness steht im Vordergrund

Der Leiter der Karate-Abteilung im TuS Erkrath möchte den Sport daher bewusst von der weniger heroischen Seite präsentieren. Fitness und Beweglichkeit stehen im Vordergrund. "Wir wollen zeigen, dass Karate auch etwas für Nomalsterbliche ist", betont Peter Schubert. Eines der Werbeplakate hat auch Elke Mutter in die Halle gelockt. Seit einigen Jahren gehe ich regelmäßig joggen und wollte jetzt einfach mal etwas anderes ausprobieren. Bisher gefällt es mir auch sehr gut. Das Training macht Spaß." Freude an der Bewegung hat auch Gina. Die Zwölfjährige ist seit vier Jahren dabei und hat es bereits in die Perspektivgruppe für den Landeskader gebracht.

"Die verschiedenen Techniken sind spannend zu lernen", sagt die Nachwuchssportlerin. Ihr großes Ziel ist der erste Platz bei den Deutschen Meisterschaften. Wer so hoch hinaus will, muss früh genug anfangen. "Mit zehn Jahren sollten die Kinder schon beginnen, wenn sie den Sport leistungsorientiert betreiben wollen", weiß Peter Schubert aus Erfahrung. Er selbst hat die Kunst des Kämpfens erst mit 49 Jahren für sich entdeckt. "Die Beweglichkeit eines 25-Jährigen kann ich nicht mehr erreichen, doch ich fühle mich deutlich fitter und meine Koordinationsfähigkeiten haben sich enorm verbessert. Es ist also nie zu spät." Eine bessere Körperbeherrschung und eine aufrechtere Haltung hat Astrid Beck an sich beobachtet. Sie trainiert seit der Schnupperveranstaltung im vergangenen Jahr regelmäßig beim TuS Erkrath. "Mir ist wichtig, dass ich den ganzen Körper bewege und wenn ich im Dunkeln unterwegs bin, fühle ich mich nun sicherer", betont die 45-Jährige.

Mehr Selbstvertrauen ist auch das, was Peter Schubert Kindern und Jugendlichen beim Karate vermitteln will, ohne sie zu Schlägern zu erziehen. "Sie lernen Stärken kennen und dosiert mit ihren Kräften umzugehen. Mädchen und Jungen trainieren in gemischten Paaren zusammen". Er hat die Erfahrung gemacht, dass die Jugendlichen schnell merken, dass es weh tut, wenn sie heldenhaft gegen die Wand treten.

(RP)