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Feuerwehrchef in Mettmann: „Ich bin stolz, ein Teil der Truppe zu sein“

Corona-Krise : Corona – Feuerwehr teilt ihre Einheiten auf

Um während der Pandemie die Einsatzfähigkeit zu sichern, wurden Feuerwehr und Rettungsdienst getrennt.

Feuerwehrleute haben eine Doppelaufgabe: Sie sind nicht nur für das Löschen von Bränden zuständig, sondern auch für die Rettung, Versorgung und den Transport von Patienten – die womöglich auch mit dem Corona-Virus infiziert sind. Personal und Ausrüstung für beide Aufgaben sind bislang in der Feuerwache Mettmann in einem Gebäude vereint. Daher wäre es katastrophal, wenn das Corona-Virus dort um sich greifen würde. Wie sich die Feuerwehr nun organisiert und ihre Einsatzfähigkeit sicher stellt, erläutert Matthias Mausbach, Amtsleiter der Feuerwehr Mettmann.

Herr Mausbach, bei der Feuerwehr Wülfrath gibt es wegen Corona Betretungsverbote. Wie sieht die Lage in Mettmann aus?

Mausbach Die Feuerwehr Mettmann hat für die Feuerwachen ein absolutes Betretungsverbot für Personen erlassen, die nicht der Feuerwehr angehören. Ausnahmen werden nach intensiver Prüfung beispielsweise bei dringend benötigten handwerklichen Leistungen) zugelassen. Die Organisationseinheiten Feuerwehr und Rettungsdienst wurden räumlich innerhalb des Gebäudes an der Laubacher Straße 14 getrennt. In Obschwarzbach haben wir Räume zur Aufnahme einer Rettungswagenbesatzung inklusive Fahrzeug hergerichtet. Sie werden wahrscheinlich in Kürze bezogen. Die komplette Führung der Feuerwehr hat ihre Büros interimsmäßig in das Erdgeschoss der Feuerwache verlegt und achtet auf den entsprechenden Abstand zueinander. Reinigungsart und Reinigungsintervalle der Gebäude und der Schutzbekleidungen haben wir erweitert.

Wird etwas an den Bereitschafts- und Schichtzeiten geändert?

Mausbach Die Dienstgruppen im Einsatzdienst wurden organisatorisch in weitere und kleinere Gruppen aufgeteilt, um eine Infektionsverschleppung so gering wie möglich zu halten. Für die Mitarbeiter der Feuerwehr und des Rettungsdienstes wurde eine Urlaubssperre verhängt. Der Dienstplan ist nicht mehr verbindlich, damit wir besser auf kommende Situationen reagieren können.

Wurden die Rettungswagen mit zusätzlicher Ausrüstung ausgestattet?

Mausbach Durch den momentan spürbar erhöhten Verbrauch von Infektionsschutzmaterial, verbunden mit der schwierigen Situation, an Schutzmaterialien zu gelangen, werden die Lagerbestände regelmäßig lagebedingt und vorausschauend aufgefüllt. Die Fahrzeuge reinigen wir in gewohntem Maße. Große Besonderheiten der Reinigung, bezogen auf den COVID-19-Virus im Vergleich zu sonstigen Infektionsfahrten, ergeben sich nicht.

Ist der Kontakt zwischen Kreisleitstelle und der Feuerwehr Mettmann intensiviert worden? Wenn ja, wie?

Mausbach Die Feuerwehren im Kreis Mettmann inklusive der Kreisleitstelle sowie der Kreisbrandmeister waren und sind schon immer gut vernetzt. Alle benannten Einheiten tauschen sich in sehr regelmäßigen Abständen aus, halten sich gegenseitig auf dem Laufenden und helfen sich sehr gut untereinander. Es gibt sehr enge und ausführliche Absprachen zwischen der Kreisverwaltung, dem Kreisgesundheitsamt, dem Stab für außergewöhnliche Ereignisse der Stadt Mettmann, der Verwaltungsspitze der Stadt Mettmann und den Krankenhäusern. Sie finden in regelmäßigen Abständen statt.

Es heißt, die schlimmsten Auswirkungen der Corona-Pandemie stehen uns erst noch bevor. Dann wird auch die Feuerwehr Mettmann besonders gefordert sein und unter einem größeren Druck stehen. Wie ist die Stimmung im Team?

Mausbach Es werden sehr viele und enorme Einschnitte und Veränderungen auch im privaten Bereich ohne Wenn und Aber hingenommen und akzeptiert. Ich kann sagen, dass ich sehr stolz bin, ein Teil der Mettmanner Truppe sein zu dürfen. In solch schwierigen Zeiten finde ich es immer besonders beeindruckend, zu sehen, wie man sich aufeinander verlassen kann und wir für die Bürger da sind. Ich kann sagen, genau dafür habe ich den Job gewählt.

Die Fragen stellte Alexandra Rüttgen.