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Mettmann: Feuerwehr sucht dringend Personal

Mettmann : Feuerwehr sucht dringend Personal

Es müssen 20 neue Stellen geschaffen werden. Hauptausschuss stimmt zu.

Bei der Mettmanner Feuerwehr "brennt der Baum": Es fehlt Personal. Sowohl im Rettungswesen als auch im Brandschutz. Matthias Mausbach, neuer Abteilungsleiter Feuerschutz und Rettungswesen, nahm im Hauptausschuss kein Blatt vor den Mund und beschrieb den Politikern anschaulich die kritische Situation.

Bislang habe sich die Feuerwehr mit Überstunden der hauptamtlichen Kräfte und durch den hochmotivierten Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr beholfen, doch dies reiche nach den neuen Bestimmungen des Brandschutzbedarfsplans nicht mehr aus. Konkret: Wenn es brennt, fehlt Personal, um einen wirkungsvollen Erstangriff zu starten.

Die hauptamtlichen Kräfte, meist sind es zwei, müssen beispielsweise sechs bis acht Minuten auf der Wache warten, bis Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr an der Laubacher Straße eintreffen, erst dann kann das erste Fahrzeug ausrücken. "Die Lage ist sehr prekär. Wir haben maximal zwei Leute im 24-Stunden-Brandschutz, mit Überstundenkräften macht das vier."

Nach den neuen Vorgaben des Brandschutzbedarfsplans müssen folgende sechs Funktionen im Brandschutz im 24-Stunden-Dienst vorhanden sein: ein Maschinist (Fahrer), ein Gruppenführer, zwei Angriffs-Truppführer, ein Drehleitermaschinist und ein Drehleiterführer. Die Feuerwehr Mettmann muss somit für die Sicherstellung des Brandschutzes insgesamt 30 Vollzeitstellen vorhalten. Aktuell stehen derzeit 18 Stellen zur Verfügung. Ab 1. Juli 2018 können weitere fünf Stellen hinzugerechnet werden, da die Stelleninhaber zukünftig keinen Dienst mehr in der Kreisleitstelle versehen müssen und anderweitig zum Einsatz kommen werden. Somit stehen ab 1. Juli 2018 insgesamt 23 Stellen zur Verfügung, so dass zusätzlich sieben Vollzeitstellen erforderlich sind.

Zum Rettungswesen: Nach den Vorgaben muss ein zweiter Rettungswagen (RTW) 24-Stunden einsatzfähig sein. Die Betriebszeiten des Krankentransportwagens (KTW) werden auf eine Sieben Tage-Woche a acht Sunden ausgedehnt. Die Feuerwehr Mettmann muss für die Sicherstellung des Rettungsdienstes und des Einsatzes des Krankentransportwagens insgesamt 30 Vollzeitstellen vorhalten. Der aktuelle Stellenplan weist für die in Rede stehenden Bereiche derzeit 17 Sollstellen aus, so dass sich letztlich der bereits genannte Fehlbedarf von 13 Vollzeitstellen ergibt. Um den geforderten Bedarf decken zu können, müssen mindestens sechs Notfallsanitäter und sieben Rettungsassistenten eingestellt werden.

Mausbach machte die Rechnung auf: zusätzliche Personalkosten für Notfallrettung und Krankentransport: 395.000 Euro. Aber: Über die Gebührenrechnung im Rettungsdienst sind diese Stellen zu 95 Prozent refinanzierbar. Beim Brandschutz sieht es anders aus: Durch den Wegfall der Erstattungsbeiträge des Kreises Mettmann (die Feuerwehr Mettmann hat mittelfristig keine Kräfte mehr auf der Leitstelle) entsteht ein finanzieller Bedarf von 304.000 Euro, plus sieben neue Stellen, macht 235.000 Euro. Der Hauptausschuss folgte einstimmig diesem Antrag der Verwaltung und bewilligte das Geld.

(RP)