Erkrath: Feuerwehr braucht Nachwuchs

Erkrath: Feuerwehr braucht Nachwuchs

Die Zahl der ehrenamtlichen Mitglieder ist 2009 von 93 auf 82 gesunken, berichtet Leiter Guido Vogt bei der Jahresversammlung. Die Jugendabteilung freut sich über Zuwachs.

"Oft sind es nur banale Einsätze. Doch bei jedem müssen die Feuerwehrmänner und -frauen ihre privaten Tätigkeiten unterbrechen und ausrücken." Bürgermeister Arno Werner (CDU) beschrieb treffend den Alltag eines Mitgliedes der Freiwilligen Feuerwehr, die neben Beruf und Familie Zeit in das Löschen von Bränden, Erste-Hilfe-Leistungen oder das Aushelfen bei technischen Pannen investieren.

"Würde die Freiwillige Feuerwehr wegfallen, wäre das ein schweres Handicap für Erkrath", so Werner bei der Jahresversammlung in der Kochwerkstatt der Brügger Mühle. Das befürchtete Handicap könnte durchaus eintreffen. Die Erkrather Mannschaft hat mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen. "Die Zahl unserer ehrenamtlichen Mitglieder ist 2009 von im Vorjahr 93 auf 82 gesunken", klärte Leiter Guido Vogt auf. Lediglich bei der Jugendfeuerwehr sei leichter Zuwachs zu verzeichnen gewesen. "Beim Girls' Day konnten wir einige Mädchen bei uns begrüßen. Hängengeblieben ist leider keine." Dennoch wird Vogt nicht müde, für die Arbeit bei der Feuerwehr zu werben: "Bei uns kann man jede Menge erleben. Im Grunde sind wir ein großer Abenteuerpark."

Das vergangene Jahr verlief vergleichsweise ruhig. Bestimmend waren schwere Gewitter im Sommer und der harte Winter. Doch selbst der hatte seine Vorteile. "Wir konnten endlich auf dem Stadtweiher eine Eisrettung proben", berichtete Vogt. Eine Großübung auf Kreisebene in Hilden und die Teilnahme beim Feuerwehrtreppenlauf in Berlin waren weitere Höhepunkte. In Erinnerung bleiben ein Brand in Alt-Erkrath, bei dem für die Bewohner des Hauses der Fluchtweg durch Sperrmüll unpassierbar war, und eine Fettexplosion in Hochdahl. Vogt: "Wir können es nicht oft genug sagen: Fettbrände nicht mit Wasser löschen!"

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Freier Eintritt im Neanderbad

Nach langwierigen Diskussionen konnte 2009 zudem durchgesetzt werden, dass Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr freien Eintritt in das Neanderbad erhalten. 4901 Einsätze konnten für 2009 verzeichnet werden – durchschnittlich 14 pro Tag. Eine Zahl, die sich relativiert, "wenn man bedenkt, dass davon allein 3822 Einsätze in den Bereich der Rettungsdienste fallen, die wir zunehmend übernehmen", sagte Vogt. Auch einfache Krankentransporte zählen dazu.

In diesem Jahr gibt es erneut Lehrgänge und Seminare, auch auf Kreisebene. Vogt hob hervor, "dass besonders viele Kameraden abends die heimische Couch gegen einen Seminarraum eintauschen, um sich fortzubilden." Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Heinz Werner Bergmann und Stefan Friedrichs geehrt, die das Ehrenabzeichen in Silber erhielten.

(RP)