Brandschutzbedarfsplan in Mettmann : In Mettmann fehlen Feuerwehrleute

Der neue Brandschutzbedarfsplan spricht von zehn Feuerwehrleuten, die eingestellt werden müssen.

Die Fortschreibung des sogenannten Brandschutzbedarfsplans der Stadt Mettmann liegt auf dem Tisch. Er umfasst 195 Seiten und listet akribisch das Sicherheitsniveau in der Kreisstadt auf. Gleichzeitig enthält er Forderungen und Empfehlungen, damit der Brandschutz effektiv geleistet werden kann. Viel Verhandlungsspielraum besteht nicht, die Vorgaben sind bindend.

Es geht beispielsweise um die Zeiten, die die Feuerwehr braucht, um am Einsatzort zu sein. Zweites Thema ist die Personalstärke, die erforderlich ist, um einen schnellen und effektiven Einsatz zu garantieren. Ferner wird der Fahrzeugbestand unter die Lupe genommen. Reichen die Fahrzeuge aus, sind sie zu alt? Und: Wie ist die Feuerwehr untergebracht? Alles Fragen, die auf den Prüfstand kommen und auf die eine Antwort gefunden werden muss.

Der neue Brandschutzbedarfsplan wird der Kämmererin Veronika Traumann, die gleichzeitig Fachbereichsleiterin der Feuerwehr ist, Magengrummeln verursachen. Denn: Es fehlen sowohl hauptamtliche als auch ehrenamtliche Feuerwehrleute. Da der Aufgabenbereich der Feuerwehr gewachsen ist (längere Einsatzbereitschaft Rettungswesen) müssen zehn zusätzliche hauptamtliche Kräfte eingestellt werden. Doch woher nehmen? Der Markt ist leergefegt, alle Feuerwehren benötigen zusätzliches Personal Es hat insgeheim ein Wettbewerb um das Personal eingesetzt.

Die Mettmanner Feuerwehr verfügt über 115 freiwillige und 34 hauptamtliche Kräfte. In den Aufgabenbereich der Feuerwehr fallen Brandschutz, Notfallrettung und Krankentransport und (noch) die Kreisleitstelle.

Von den Freiwilligen Kräften sind montags bis freitags etwa 87 Feuerwehrleute (77 Prozent) nicht verfügbar, da sie ihren Arbeitsplatz nicht verlassen können (35 Kräfte/ 30 Prozent) oder weil ihr Arbeitsort außerhalb des Stadtgebietes liegt (52 Kräfte/45 Prozent). Im gesamten Stadtgebiet sind planerisch montags bis freitags tagsüber 16 Freiwillige Helfer (43 Prozent) verfügbar. Ein Teil der hauptamtlichen Kräfte und der Freiwilligen Feuerwehrleute, die im Schichtdienst arbeiten, bilden die Einsatztruppe.

„Die Feuer- und Rettungswache Mettmann hat ihre Kapazitätsgrenze überschritten“, heißt es im Brandschutzbedarfsplan. Die Bausubstanz ist marode und muss dringend saniert werden. Hinzu kommt: Die Hallenkapazität ist deutlich zu gering, ebenso die Lagergröße. Die Aufenthalts- und Büroräume, sowie die Sanitärräume und Toiletten für die hauptamtlichen Kräfte reichen nicht aus. Das Gleiche gilt für die Freiwillige Feuerwehr. Seit Jahren gibt es Überlegungen, die Wache an der Laubacher Straße zu erweitern und umzubauen. Die Pläne liegen in der Schublade, doch mittlerweile favorisiert die Wehr ein anderes Konzept: Ein Neubau an der Peckhauser Straße in Höhe der ehemaligen Schule für Lernbehinderte und ein Stützpunkt der Wehr in der Stadtmitte (Laubacher Straße) für die Freiwillige Wehr. Hinzu kommt ein Standort in Obschwarzbach, der ausgebaut werden soll. Die Fahrzeughalle am Wollenhausweg in Metzkausen, so die Empfehlung des Brandschutzbedarfsplans, soll aufgegeben werden.

im Lauf der nächsten fünf Jahre, so die Analyse, müssen sechs Fahrzeuge der Feuerwehr gegen neue Autos ausgetauscht werden. Fazit: Die Stadt wird viel Geld in die Hand nehmen müssen.

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