1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann

"Faust" als Stummfilm mit Livemusik in Kirche Freiheitstraße Mettmann

Musikalisches Film-Spektakel in Mettmann : Stephan Lux lehrt „Faust“ in der Freiheitstraße das Laufen

In der Kirche Freiheitstraße vertont Konzertorganist Stephan Lux Samstag dem Stummfilm „Faust“ von Friedrich Wilhelm Murnau. In dem 106-minütigen stark suggestiven Werk wird die Frage nach freier menschlicher Willensentscheidung zwischen Gut und Böse aufgeworfen.

Expressionistisch-bildgewaltig schrieben die Stummfilme Friedrich Wilhelm Murnaus Filmgeschichte. Tatsächlich waren besagte Stummfilme zu ihrer Zeit nicht still. „Filmaufführungen wurden mit einem Klavier oder einem Pianola, manchmal auch mit einem Orchester begleitet“, weiß Konzertorganist Stephan Lux. „Einige Kinosäle wurden sogar mit eigenen Orgeln ausgestattet, um mittels live gespielter Orgelimprovisationen die Spannung der Filme eindringlicher vermitteln zu können.“ Diese Tradition greift er jetzt auf, Samstag setzt er in der Kirche an der Freiheitstraße Friedrich Wilhelm Murnaus „Faust“ mit seiner Live-Orgelimprovisation in Szene. Der eintritt ist frei.

„Ich bin seit Tagen damit beschäftigt, die ganze Technik zusammenzustellen“, freut sich der Konzertorganist aufs Event. Die Idee diesem „großartigen Film“ neues musikalisches Leben einzuhauchen, hatte er vor Jahren. Und überlegte sich jetzt, wie er einzelne Motive und die Protagonisten musikalisch begleitet. Denn auch, wenn Samstag ab 19.30 Uhr knapp zwei Stunden improvisiert wird, „muss ein rhythmischer Bogen erzeugt werden, dass soll schon einen Sinn ergeben“. Vieles sei durch Murnaus Bilder vorgegeben, Raumklang und Atmosphäre sollen verdichtet werden. Auf die Motive zu Faust, Grete und den Teufel dürfen die Besucher gespannt sein, da seien einige Überraschungen zu erwarten, sagt Stephan Lux.

  • Max Schreck als „Nosferatu“ wird in
    Stummfilm mit Livemusik in Mettmann : Stummfilmabend mit Oliver Richters in Kulturvilla
  • Von links: Vorsitzende Verena Lux, Geschäftsführerin
    Institution in der Kalkstadt : Vorstand der Musikfreunde ist jetzt fest in Frauenhand
  • 123.000 Euro hat Mettmann zur Reaktivierung
    Einkaufsbummel in Mettmann : Neue Geschäfte in der City Dank NRW-Förderung

Dass er für seine Stummfilm-mit-Livemusik-Premiere ausgerechnet die „tief erschütternde“ Verfilmung „Faust“ anno 1926 gewählt hat, hat gute Gründe. „In diesem stark suggestiven Werk wird die Frage nach freier menschlicher Willensentscheidung zwischen Gut und Böse aufgeworfen, hier konkret zwischen dem Erzengel Michael und Mephisto.“

Der Film stellt die nach wie vor aktuelle Frage, ob sich mittels finsterer Mächte Krankheit – gar eine Pandemie – besiegen lässt und man darüber hinaus sogar noch ewige Jugend erlangen kann. Oder siegt am Ende die ewige Liebe und überwindet damit den Tod?

(von)