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Erkrath: Fairer Handel auf Erfolgskurs

Erkrath : Fairer Handel auf Erfolgskurs

Beim Ökumenischen Regionaltreffen für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung diskutieren Teilnehmer über die Rolle der „Eine-Welt-Läden“. Für „Fair-Trade“ Produkte werden Vermarktungswege gesucht.

Jede Tasse Kaffee oder Tee, jedes Stück Schokolade und jeder Löffel Honig können ein kleiner Bissen Gerechtigkeit sein – zumindest wenn sie das „Fair Trade“-Siegel auf ihrer Verpackung tragen. In fast 30 Jahren seines Bestehens entwickelte sich der Faire Handel zu einer echten Konsumalternative für bewusste Verbraucher. Ein Zeichen gegen Armut, Ausbeutung und Kinderarbeit in den Entwicklungsländern.

Am Sonntag fand im Haus der Kirchen das 20. Ökumenische Regionaltreffen für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung unter dem Motto „Ein Bissen Gerechtigkeit“ statt. In Vorträgen, Diskussionen und Workshops ging es für 50 Teilnehmer um die Rolle der Eine-Welt-Läden vor Ort sowie neue Vermarktungswege der „Fair Trade“-Produkte in den Supermärkten. „Genuss mit Gerechtigkeit schmeckt einfach besser“, sagte Winfried Hoffmann vom Organisatorenteam der Tagung. Was mit dem Verkauf von wenigen Eine-Welt-Produkten nach Gottesdiensten begann, ist heute zum einem großen Netzwerk geworden. „Sogar in einigen Supermarkt-Ketten gibt es fair gehandelten Kaffee“, erklärt Petra Bald von der Wuppertal Organisation für fairen Handel, Gepa „Wir haben Wachstumsraten von denen andere träumen.“

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Produktpalette verändern

Keine Chance also für Slogans wie „Geiz ist geil“? Die Menschen die für unser Angebot deutlich sensibler geworden. „Auch wenn unser Marktanteil bei Kaffee beispielsweise nur bei zwei Prozent liegt, ist das ein großer Erfolg.“ Kürzlich bescheinigte auch die Stiftung Warentest diversen Produkten das Siegel „Sehr gut“ und untermauerte den Qualitätsanspruch. Doch gerade die Tatsache, dass Kaffeebohnen oder Schokolade mit dem „Fair Trade“-Logo auch in den Supermärkten zu kaufen sind, stellt die Eine-Welt-Läden vor neue Aufgaben.

„Sie müssen langfristig auch ihre Produktpalette verändern“, betonte Bald. So verkauft das Geschäft im Haus der Kirchen neben Nahrungsmitteln auch Schreibwaren, Spielzeug oder Weihnachtsschmuck. In den Eine-Welt-Läden arbeiten etwa 100 000 Ehrenamtler schon seit vielen Jahren. In einer der vier Arbeitsgruppen stellte auch der Betreiber eines Düsseldorfer Eine-Welt-Ladens sein Konzept vor, der mit bezahlten Kräften arbeitet und gab Tipps, wie für erfolgreiches und professionelleres Arbeiten. Zum Abschluss-Gottesdienst gab es eine deutliche Ansprache zu den Themen Globalisierung und der Bankenkrise. „Wir waren sehr erfreut über die große Resonanz“, freute sich Hoffmann.

(RP)