Erkrath: Exakte Voraussage für Bus und Bahn

Erkrath: Exakte Voraussage für Bus und Bahn

Die Dynamischen Fahrgastanzeigen kommen im September. Fünf Standorte sind vorgesehen.

Mit Transparenz will die Rheinbahn die Gunst des Kunden erobern. Um nicht von ärgerlichen Verspätungen überrascht zu werden, informiert das Verkehrsunternehmen mit seinen dynamischen Fahrgastanzeigen (Dyfa) über aktuelle Wartezeiten. Ab September kommen auch die Erkrather in diesen Genuss.

Nach mehreren Verzögerungen hat auch sie das Zeitalter der dynamischen Fahrgastanzeige ereilt. Insgesamt werden elf Tafeln an fünf Standorten installiert: an den S-Bahn-Haltepunkten Erkrath, Millrath und Hochdahl sowie an den Bushaltestellen Neuenhausplatz und Hochdahler Markt. "Je nach Einsehbarkeit haben wir an einem Standort mehrere LED-Tafeln. Sie haben auch unterschiedliche Größen", sagt Heike Schuster, Pressesprecherin der Rheinbahn.

225 000 Euro kostet der Service, den Stadt und VRR bezuschussen. Im Preis enthalten sind Tiefbauarbeiten wie Fundamente und Stromleitungen.

Läuft das System einwandfrei, prognostiziert es die tatsächliche Wartezeit bis zum Eintreffen von Bahn oder Bus. Diese wird gegebenenfalls korrigiert, wenn ein Fahrzeug Verspätung hat. Wenige Sekunden vor der Ankunft schalten die Tafeln dann auf "sofort".

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Um diese Informationen liefern zu können, muss das System jederzeit die Standorte der etwa 800 Fahrzeuge im Raum Düsseldorf kennen. Dafür werden zwei Quellen benötigt. Das "Rechnergestützte Betriebs-Leitsystem" (RBL) liefert zweimal pro Minute per Funk die Positionen der Fahrzeuge. Es fragt etwa alle 30 Sekunden über Funk die Positionen sämtlicher Busse und Bahnen im Rheinbahn-Netz abfragt.

Der Zug-Lenk-Rechner (ZLR) kennt die genauen Standorte der U-Bahnen im Tunnel. Die Daten beider Systeme werden ständig an den DyFa-Rechner übertragen. In diesem sind das Streckenprofil des Rheinbahn-Netzes mit allen Haltestellen und Linienwegen, der tagesaktuelle Fahrplan und die Entfernungen zwischen den Stationen gespeichert. Aus diesem "Hintergrundwissen" und den übermittelten Daten errechnet das DyFa-System für jede Haltestelle die jeweilige Ankunftszeit der betreffenden Linien. Wenn der Zug die Station verlässt, verschwindet er auch aus dem Display und die nächsten Linien rücken auf. Die digitalen Anzeigen sind bereits an vielen wichtigen Haltestellen und Knotenpunkten installiert, insgesamt stehen an 127 Stationen in der Region Düsseldorf 379 DyFas zur Verfügung. Zusätzlich bieten sie die Möglichkeit, über aktuelle Änderungen mit einem Lauftext zu informieren.

Zwar gebe es auch Apps fürs Smartphone, die die genauen Fahrtzeiten berechnen. Die seien jedoch mit den komfortablen dynamischen Anzeigen nicht zu vergleichen, sagt Schuster. Die nämlich seien schon aus der Ferne auf einen Blick gut zu erkennen durch die gelbe Schrift und mit einer App nicht vergleichbar. Man müsse nicht mehr groß fragen, ob der Bus schon weg sei. "Man sieht ja sofort, wann der nächste Bus kommt."

Die Fahrgastanzeigen sind übrigens kein Ersatz für die guten alten Fahrpläne, sondern nur eine Ergänzung. "Die Pläne bleiben auf jeden Fall hängen", sagt Schuster. Die Störanfälligkeit sei ganz gering versichert sie. "Ganz schwarz bleiben unsere Displays eh nie. Sie zeigen zumindest den Ausfall an.

(born)
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