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Mettmann: Es wird keine Sekundarschule geben

Mettmann : Es wird keine Sekundarschule geben

Für die neue Schulform sind zu wenig Kinder angemeldet worden. Es fehlten 30 Schüler.

Die Mettmanner Schullandschaft ändert sich (vorerst) nicht: Es wird keine Sekundarschule geben. Wie die Stadtverwaltung gestern Mittag mitteilte, gab es zu wenig Anmeldungen für eine neu zu gründende Sekundarschule.

Nötig gewesen wären 75 Kinder, angemeldet wurden aber nur 45 Mädchen und Jungen. Damit gibt es keine Grundlage, die Schule einzurichten. Fachbereichsleiterin Astrid Hinterthür, die noch Ende vergangener Woche erklärt hatte, dass sie damit rechne, dass 75 Anmeldungen zusammenkommen werden, war gestern nicht mehr zu erreichen — das Presseamt hatte die Mitteilung erst verschickt, nachdem das Rathaus am Altweibertag bereits von Möhnen übernommen worden war.

Weil es keine Sekundarschule geben wird, beginnt in der übernächsten Woche das Anmeldeverfahren für die Anne-Frank-Hauptschule und die Carl-Fuhlrott-Realschule (sowie für die beiden Gymnasien). Anmeldungen werden am Mittwoch und Donnerstag, 20. und 21. Februar, von 16 bis 19 Uhr und am Freitag, 22. Februar, von 10 bis 13 Uhr in den jeweiligen Schulen entgegen genommen. Diese Termine hätte es für Real- und Hauptschule nicht gegeben, wenn genügend Interesse an einer Sekundarschule bestanden hätte.

Dass es schwierig werden könnte mit einer Sekundarschule, hatte die Stadtverwaltung bislang nicht explizit eingeräumt — mehrfache Aufrufe zu den Anmeldeterminen und Informationsveranstaltungen zur Sekundarschule zeigten jedoch, dass man sich im Rathaus selbst nicht sicher war. Denn gegen eine Sekundarschule gab es im Vorfeld laute Proteste: Zu einer ersten Informationsveranstaltung im November vergangenen Jahres hatte das städtische Schulverwaltungsamt weder die Hauptschule noch die Realschule eingeladen. Das begründete sie damit, dass sich die beiden Schulen überhaupt nicht mehr präsentieren müssten: Schließlich gebe es Auflösungsbeschlüsse zugunsten der neuen Sekundarschule. Eltern warfen der Stadt vor, nicht neutral informieren zu wollen. D

ie Schulpflegschaft der Carl-Fuhlrott-Realschule machte mobil; sie verteilte Flugzettel und organisierte eine Demonstration. Das ärgerte die Stadtverwaltung, die den Aufstand für "verantwortungslos" hielt. Während die Sekundarschule in Mettmann zum Streitthema wurde, freut man sich in Wülfrath auf die neue Schulform, deren Einrichtung als sicher gilt. In Erkrath sahen Politik und Verwaltung nach Gesprächen mit Bürgern keine Notwendigkeit für die Gründung einer Sekundarschule. Einige Erkrather Eltern wollen ihre Kinder nach Düsseldorf zur Sekundarschule schicken.

(RP/ac/ila)