Erkrath: Erkrather wollen viel weniger Sendemasten

Erkrath : Erkrather wollen viel weniger Sendemasten

Seit einigen Jahren leistet sich die Stadt Erkrath als eine der ganz wenigen Kommunen in NRW ein Mobilfunkkonzept. Ziel ist es, die Bürger vor allzugroßer Strahlung der Antennen auf den Mobilfunkmasten zu schützen.

Trotzdem soll aber in ganz Erkrath problemlos Handy-Empfang möglich sein. Auch die Nutzer moderner Smart-Phones sollen nicht zu kurz kommen und mit ihren Geräten in allen drei Stadtteilen im Internet surfen.

Um diesen schwierigen Spagat zu schaffen, hat das EMF-Institut von Dr. Peter Nießen ein Konzept erstellt. Es sieht vor, dass in Erkrath in einigen Jahren nur noch sechs, statt wie bislang mehr als 20 Sendeanlagen stehen. Auf den verbliebenen Anlagen sollten die Antennen in möglichst großer Höhe montiert werden. "Das senkt die Strahlung und sorgt für eine höhere Reichweite", sagte Nießen nun im Planungsausschuss. So könnten zum Beispiel auf dem Sendemast am Hochdahler Schulzentrum an der Rankestraße die Antennen auf 46 Meter Höhe montiert werden.

Platz für hoch gelegene Antennen wäre auch am Hochdahler Heizkraftwerk sowie auf dem Gebäude des Office-Centers in Unterfeldhaus. Dort müsste allerdings noch ein 18 Meter hoher Mast aufs Dach gestellt werden, damit die Reichweite stimmt. Gemeinsam mit Anlagen an der Autobahn sowie am Wasserbehälter Hochscheid ließe sich so ganz Erkrath gut versorgen. "Wer allerdings eine Metall-Außenwand hat und verspiegelte Fenster, hat keinen Handy-Empfang im Haus", sagte Nießen.

Politik und Verwaltung ist mit dem Mobilfunkkonzept ein Instrument in die Hand gegeben worden, mit den Betreibern der Anlagen zu reden. Ob sich die großen vier Telekommunikationskonzerne daran halten werden, steht auf einem anderen Blatt Papier. Beim geplanten Neubau von Masten kann die Stadt aber nun mit einer Bauleitplanung versuchen, die Masten zu verbieten. Allerdings ist dann mit einer Klage der Betreiber zu rechnen.

(RP)