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Postskriptum Die Woche In Der Stadt: Erkrather Künstler-Knatsch zur "documenta"

Postskriptum Die Woche In Der Stadt : Erkrather Künstler-Knatsch zur "documenta"

E s ist nichts Geringeres als die weltweit bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst, die einen alten Keil in die Erkrather Künstlerschaft treibt.

Die Sache schien - vordergründig - zu den Akten gelegt, aber jetzt hat die Fehde zweier Parteien, die einmal vereint waren, dann aber getrennte Wege gingen (so weit das in einer Kleinstadt möglich ist), wieder Nahrung bekommen. Auslöser waren mehrere Fotos und ein Text auf einer Facebookseite, hinter der sich Ralf Buchholz verbirgt, Kopf der "Neanderart Group" und Urheber einer mobilen Installation aus pinkfarbenen Schuhen, die schon auf diversen Pflastern und jetzt eben aus Anlass der berühmten "documenta" in Kassel zu sehen war, neben dem "documenta"-Schauplatz Neue Galerie zwischen Rathaus und Karlsaue.

An einem Sonntag für acht Stunden und mit Genehmigung des "documenta"-Managements, wie Buchholz berichtet. Schon vor Jahren habe er sich beim Management beworben, aber erst nach einem regionalen TV-Beitrag über seine pinkfarbenen Schuhe sei es zu einem Kontakt gekommen. Darf er sich also jetzt, nach besagtem Sonntag in Kassel, "documenta-Teilnehmer" nennen? Ja, meint Buchholz, wenn auch als eine Art Seiteneinsteiger, aber er wolle sich damit nicht in die Kunstprominenz einreihen, "das wäre vermessen". Die Umstände dieser Kasseler Stippvisite hat seine beiden treuen Gegenspieler vom Kunstverein "Prima Neanderthal" , Katy Schnee und Volker Rapp, auf den Plan gerufen. In einer schäumenden Mail an die Redaktion erinnern sie daran, dass man sich für die "documenta" nicht einfach so bewerben könne, man werde berufen. Das Management antworte in der Regel nicht auf Anfragen, wissen sie, und Buchholz' Aktion tauche auch gar nicht im Verzeichnis der offiziellen "documenta"-Webseite auf. Und überhaupt: "WIR sind offizelle Teilnehmer der Documenta 13 (2012), über die Vergabe des Pavillon/Haus am Güterbahnhof durch das Critical Art Ensemble", betonen Schnee und Rapp.

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Dennoch haben die beiden unterm Strich mehr mit Ralf Buchholz gemeinsam, als sie denken: Das offizielle "documenta"-Archiv vermeldet für Rapp und Schnee nämlich exakt folgende Anzahl an Einträgen: null.

(RP)