Eltern in Mettmann: Schule platzt aus allen Nähten

Mettmann : Eltern: Schule platzt aus allen Nähten

Bei einem Ortstermin fordert die Vorsitzende der Schulpflegschaft, die Katholische Grundschule endlich zu erweitern.

Es wird laut auf dem Hof der Katholischen Grundschule Neanderstraße. Für rund 80 Mädchen und Jungen ist der Unterricht zu Ende. Jetzt sammeln sie sich auf dem Schulhof, um als eine von insgesamt drei Gruppen an diesem Tag in den Offenen Ganztagsbereich umzuziehen: Unter den wachsamen Augen dreier Betreuerinnen gehen die Kinder vom Schulstandort über die Kreuz- und die Düsseldorfer Straße zur Ogata, die in den Räumen der ehemaligen Kita St. Lambertus untergebracht ist. Für die Kinder und ihre Betreuer ist das eine Wegstrecke von immerhin 15 Minuten.

Am Ziel sind die Tische gedeckt, es duftet nach Nudeln mit Tomatensoße – hier wartet schon das Mittagessen auf die Kinder. Doch die räumliche Situation ist eng. „Hier war mal unsere Mensa“, sagt Lilo Löffler, Geschäftsführerin des SKFM Mettmann, der Träger der Ogata ist. Doch längst kann der Raum nicht mehr nur der Einnahme der Mahlzeiten vorbehalten sein. Er wurde zu einem weiteren Gruppenraum umfunktioniert. Das heißt: Alle Kinder müssen an denselben Tischen essen, an denen sie kurze Zeit später ihre Hausaufgaben erledigen, malen oder basteln. Die Politiker, die den Zug der Kinder von Neander- zur Düsseldorfer Straße begleitet haben, sind nachdenklich. „Mann, das ist aber eine Prozedur hier“, sagt Lutz-Werner Kreitmann (FDP).

Genau das ist es, was die Vorsitzende der Schulpflegschaft, Regina Lenz, erreichen wollte: Sie hatte Politik und Verwaltung zu einem Ortstermin eingeladen, um ihnen die Situation an der sanierungsbedürftigen Grundschule vor Augen zu führen. Der Einladung folgten Bürgermeister Thomas Dinkelmann, Marko Sucic, Fachbereichsleiter für Bildung der Stadt Mettmann, Christiane Jochum (FDP) und Lutz-Werner Kreitmann (FDP), dessen Enkelin die Schule besucht, Annette Mick-Teubler (CDU), Hans-Günther Kampen (UBWG) und Ria Garcia (Piraten/Linke). „Ich weiß, dass sich der eine oder andere die Ogata schon mal ohne Kinder angesehen hat. Doch mit Kindern ist es noch einmal eindrucksvoller“, sagt Lenz.

Die Tische an der Ogata sind für die Kinder bereits gedeckt. Hier übergaben am Ende der Ortsbesichtigung... Foto: Alexandra Rüttgen

Ihre Führung beginnt in der Aula, die unter dem Dach der Schule untergebracht und viel zu klein ist – Abschiedsfeiern für Viertklässler müssen daher in der Neandertalhalle laufen. Weiter geht es über die Jahrzehnte alten Pavillons – „hier riecht es sehr merkwürdig, muffig“ – und die Toiletten, zu denen die Kinder, aus Sicherheitsgründen immer zu zweit, bei Wind und Wetter über den Hof laufen müssen. Es folgt schließlich der Gang von der Schule zur Ogata, wo die Räume liebevoll hergerichtet, aber bereits jetzt zu klein sind.

...die Mütter Susanne Schucht (l.) und Regina Lenz an Bürgermeister Thomas Dinkelmann 134 Unterschriften. Foto: Alexandra Rüttgen

Wie aber soll es werden, wenn die Schule ab dem kommenden Schuljahr dreizügig würde? Das fragen sich die Eltern mit Sorge. Für einen sechsten Gruppenraum gibt es keinen Platz. Zurzeit besuchen 134 der insgesamt 267 Grundschüler die Ogata, die Kapazitäten sind damit ausgereizt, erläutert Caroline Völz von der Bereichsleitung des SKFM. Weitere 78 Kinder bleiben bis 14 Uhr im Schulgebäude, sie sind für die Verlässliche Betreuung ohne Mittagessen angemeldet. Der Rest der Kinder geht nach Hause. Die Zahl der Neuaufnahmen ist aktuell größer als die der Abgänger, daher kann nicht mehr jeder Familie die Betreuung in der Ogata garantiert werden.

Was also hindert die Stadt Mettmann daran, die Machbarkeitsstudie, der zufolge auf dem Schulgelände in zwei Varianten Erweiterungsbauten errichtet werden könnten, in die Tat umzusetzen?, fragen Mütter und Betreuerinnen Dinkelmann und Sucic. Und um ihre Forderungen zu untermauern, übergibt Regina Lenz eine Mappe mit 134 Unterschriften an den Bürgermeister. Der versucht die Wogen zu glätten: „Es ist noch nichts entschieden“, sagt er, die Beratungen über das Thema seien in Verwaltung und Politik noch im Gange.

„Dass da was möglich ist, ist klar, dass da was gemacht werden muss, ist auch klar“, betont Dinkelmann. Doch die Fläche auch des Schulgeländes sei „endlich“, und die Alternativen seien „rar bis eng gesät“, sagt Sucic. Dass die Planung der Gesamtschule, wie von den Eltern vermutet, die Modernisierung anderer Schulen blockiere, „ist nicht korrekt“, widerspricht Sucic vehement: „Die wirklich notwendigen Dinge packen wir an.“ Dinkelmann verweist auf die politische Willensbildung und spielt damit den Ball an den Rat und seine Ausschüsse: Dort müsse entschieden werden, ob und in welcher Variante ein Ausbau der Schule erfolgen solle.

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