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Eltern fordern mehr Personal für Kitas

Erziehermangel in Mettmann : Eltern fordern Hauswirtschafter für Kitas

Der Elternrat will flexiblere Schließzeiten und hauswirtschaftliche Kräfte, die den Erziehern nicht pädagogische Arbeiten abnehmen.

Der Stadtelternrat drängt auf eine bessere Betreuung in Mettmanns Kindertagesstätten. Stimmt der Jugendhilfeausschuss in seiner kommenden Sitzung am 27. Februar den dazu von der Stadtverwaltung entwickelten Ideen zu, können junge Eltern womöglich schon bald auf günstigere Bedingungen hoffen.

Problem: Unzureichende Öffnungszeiten Manche Kindertagesstätten schließen in Ferienzeiten bis zu drei Wochen am Stück. Das entspreche weder den Wünschen der Eltern, „noch ist es für das Kindeswohl notwendig“, sagen Eireen Frenzel und Katrin Bönisch vom Stadtelternbeirat. Denn eine gemeinsame Familienzeit sei nicht möglich, „wenn mit den zur Verfügung stehenden Urlaubstagen Schließzeiten der Betreuungseinrichtungen überbrückt werden müssen“, begründen sie.

Die Lösung Es gelte, „eine Verbesserung anzustreben und die Eltern bei der Vereinbarung von Familie und Beruf zu unterstützen“, fordert der Elternrat. Die Arbeitsgemeinschaft der freien Träger hat bereits über das Anliegen beraten. Nun sollen alle Öffnungszeiten erfasst und die Eltern nach ihren Bedürfnissen befragt werden. Da außerdem die Kommunen Landeszuschüsse zur Flexibilisierung von Betreuungszeiten zahlen, sollen basierend auf den Befragungen neue Modelle entwickelt werden, über die der Jugendhilfeausschuss in seiner Sitzung am 28. Mai beraten soll.

Problem: Personalengpässe Immer wieder erleben Eltern in Mettmann, dass sie für ihre Kinder eine alternative Betreuung organisieren müssen, weil es in den Kitas wegen Krankmeldungen zu Personalengpässen bei den Erziehern kommt. Der Elternrat berichtet von einem Beispiel, demzufolge Eltern an einem Montag davon erfuhren, dass aufgrund der ausgedünnten Personaldecke nur noch 24 statt 32 Kinder betreut werden können und daher acht Kinder wieder nach Hause mitgenommen werden müssten. „Das traf die Eltern teilweise sehr unvorbereitet“, berichten Eireen Frenzel und Katrin Bönisch. Mitunter würden derlei Probleme, deretwegen Eltern eine Alternative für die Kinderbetreuung organisieren müssen, „bis zur Gefährdung des Arbeitsplatzes“ führen.

Zugleich haben die Eltern beobachtet, dass die Erzieher Arbeiten verrichten müssen, die „nicht mit ihrer unmittelbaren pädagogischen Qualifikation im Zusammenhang stehen“ – so zum Beispiel das Vorbereiten von Frühstücksobst, das Auf- und Abdecken von Tischen, das Reinigen von verschmutzten Essplätzen und Toiletten oder der Wechsel von Bettwäsche.

Die Lösung Die Eltern regen daher an, die Erzieher für eine Testphase von einem Jahr durch hauswirtschaftliche Kräfte unterstützen zu lassen, die vier Stunden pro Tag in den Gruppen helfen. Die Stadtverwaltung hat diese Anregung aufgenommen und schlägt nun vor, eine einjährige Pilotphase in den Kitas Kirchendeller Weg und Rheinstraße einzuführen, in denen Hauswirtschaftskräfte jeweils drei Stunden täglich in den Gruppen mithelfen. Der Start der Pilotphase ist für August dieses Jahres geplant, die Stadt rechnet mit Mehrkosten von rund 70.200 Euro im laufenden Jahr.

(arue)