Mettmann: Einmal Lokführer bei der Regiobahn

Mettmann : Einmal Lokführer bei der Regiobahn

Helmut Bremer durfte als Gewinner eines Preisausschreibens der RP Media Group den Triebwagen steuern.

Es sind nur wenige, die sich den Kindheitstraum vom selbstständigen Eisenbahnfahren erfüllen können. Helmut Bremer gehört zu den Glückspilzen. Sein Sohn hatte ein Preisausschreiben der RP Media-Group gewonnen. Der Gewinner durfte eine Lok der Regiobahn steuern. "Ich habe fast drei Jahre eine große Modelleisenbahn mit vielen Gleisen, Weichen, Bahnübergängen und einem Bahnhof für meine Enkelkinder gebaut. Ich nehme an, dass ich als Dankeschön, die Fahrt mit der Regiobahn von meinem Sohn erhalten habe", sagt Helmut Bremer.

Er ist extra von seinem Wohnort Neuss zum Regiobahnhof Mettmann-Stadtwald mit dem Auto angereist. Freundlich empfangen wird er von Mustafa Kayim, Mitarbeiter des Regiobahn-Kundencenters und dort für den Bereich Marketing zuständig. Bevor die Fahrt mit der Regiobahn losgeht, zeigt Mustafa Kayim Helmut Bremer die Werkstatt der Regiobahn und erläutert die einzelnen Arbeitsgänge. Helmut Bremer hört interessiert zu und stellt auch Fragen. "Technik hat mich schon immer sehr fasziniert", sagt der Rentner, der früher Meister in einem Labor war.

Mittlerweile ist Lokführer Heinz-Jürgen Degen dazugekommen. Er gibt Auskunft über verschiedene technische Details des Fahrbetriebes. Degen verabschiedet sich dann kurz, weil er noch einige Dinge vor der Zugfahrt klären muss. Derweil zeigt Mustafa Kayim dem Gast die Verwaltungsräume und danach geht es in die Leitstelle. Dort erläutert der diensthabende Fahrdienstleiter, Rainer Kempkes, alle Fragen zum Fahrbetrieb. Beeindruckt ist Helmut Bremer von den verschiedenen Monitoren, die der Fahrdienstleiter zu überwachen hat. "Der hat sicherlich eine Menge Verantwortung zu tragen."

Nachdem Bremer eine Sicherheitsweste erhalten hat, geht es in Richtung Zug. Ob er nervös sei, in wenigen Minuten die Regiobahn fahren zu dürfen, wird er gefragt. "In meinem Alter macht mich eigentlich nichts mehr nervös", sagt der 72-Jährige lächelnd. Als er sich aber auf den Fahrersitz setzt, ist ihm die Anspannung anzusehen. Heinz-Jürgen Degen erläutert ihm die einzelnen Bedienungsschritte und dann geht es los in Richtung Düsseldorf-Gerresheim.

"Es ist schon beeindruckend wie geschickt sich Helmut Bremer beim Anfahren und Abbremsen verhält", lobt Degen seinen "neuen Kollegen". Kurz vor dem Bahnhof Neandertal kommt eine Regiobahn Richtung Mettmann entgegen. "Den Kollegen gegenüber müssen Sie grüßen", sagt Degen zu Bremer. "Das weiß ich doch, erklärt er fast routiniert - und grüßt locker per Handzeichen." Zwischen Erkrath und Gerresheim erhöht er auf Anweisung des Profi-Lokführers das Tempo. "Wir fahren im Schnitt 80 Stundenkilometer", erläutert Degen. Helmut Bremer fühlt sich sichtlich wohl als Zugführer.

Die Anweisungen des Lokführers werden immer weniger, Bremer hat fast alles im Griff. Mustafa Kayim kommt der Bitte Bremers nach und fotografiert für ihn alles. "Mein Sohn und meine Enkelkinder müssen doch sehen, wie gut ich Zug fahre", sagt Bremer schmunzelnd. Nach 20 Minuten ist das Ziel Gerresheim erreicht. "Wir liegen genau im Zeitplan. Pünktlicher hätte ich das auch nicht geschafft", lobt Degen. Nach einer kurzen Pause geht es zurück nach Mettmann. Bremer genießt es förmlich, den Zug zu steuern. Degen ist vom guten Fahren Bremers beeindruckt. "Wir suchen bei der Regiobahn immer gute Lokführer. Wie wäre es mit einer Bewerbung?" Helmut Bremer freut sich über die anerkennenden Worte, bemerkt aber, dass er sich das in seinem Alter nicht mehr antun sollte.

Als er nach pünktlicher Ankunft am Bahnhof Stadtwald aus dem Führerhaus aussteigt, holt er tief Luft und betont sichtlich zufrieden. "Diese Zugfahrt hat riesig Spaß gemacht und war ein tolles Erlebnis an das ich noch lange denken werde."

(klm)
Mehr von RP ONLINE