Wülfrath: Ein Wülfrather in Afrika

Wülfrath: Ein Wülfrather in Afrika

Der Unternehmer Lars Gorschlüter gründet SAVE zur Rettung bedrohter Tierarten und zur Unterstützung von Kindern in Botswana. Die Firma Gotec beschäftigt 1000 Mitarbeiter in aller Welt.

Der Wülfrather Unternehmer Lars Gorschlüter gründete Anfang des Jahres die Natur- und Artenschutz Stiftung SAVE Wildlife Conservation Fund. SAVE unterstützt weltweit Forschungsprojekte zur Rettung bedrohter Tierarten. SAVE investiert auch in die Menschen in den Projektländern: So unterstützt die Stiftung ein Kinderschutzzentrum in Botswana für Aidswaisen. Promotionsstipendien werden an begabte junge Naturwissenschaftler vor Ort vergeben.

Der Schreibtisch des Stiftungsgründers Gorschlüter steht in der Gotec-Zentrale in Wülfrath. Foto: Dietrich Janicki

Lars Gorschlüter (41) ist Unternehmer durch und durch. Seine Schulzeit in Wülfrath endete nach der Klasse 10, anschließend absolvierte er eine Lehre als Werkzeugmacher, und er war gerade einmal 22 Jahre alt, als er mit zwei Partnern in Haan die Firma Gotec gründete.

Der Wülfrather ist regelmäßig in Botswana zu Besuch. Foto: LG

Die Geschäftsidee war eine Haftmittelbeschichtung von Gummi-Metall-Teilen und Oberflächenveredelung, die vor allem in der internationalen Automobil- und Automobilzulieferer-Industrie Verwendung finden. Die Produkte sind so stark gefragt, dass die Gotec Group inzwischen an acht Standorten weltweit fast 1000 Mitarbeiter beschäftigt. Für die Vulkanisierung vorbehandelt werden mit speziellem Bindemittel zum Beispiel Schichtfedern für MAN- und Mercedes-LKW, Motorlager VW Polo, MC Smart und Strebenlager für Motorräder.

Industriegebiet Kocherscheidt

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Seit 2003 ist die Gotec-Zentrale im Wülfrather Industriegebiet Kocherscheidt ansässig. Dort arbeiten 25 Männer und Frauen in Verwaltung und Produktion. Im ständig wachsenden Markt folgte Gotec mit Niederlassungen den Autofirmen zuerst nach Polen und dann in die USA, nach Brasilien, Spanien und Rumänien. Mit einer indischen Firma wurde gerade ein Vertrag über ein Joint Venture geschlossen. "Unser Ziel ist immer beste Qualität zum besten Preis", sagte Lars Gorschlüter zur Unternehmensphilosophie, zu der auch Optimismus und Risikobereitschaft gehören. Wer die Mitarbeiter mitnehmen kann, habe am Ende auch Erfolg.

Den wünscht sich Gorschlüter auch für SAVE. Der Gotec-Geschäftsführer entdeckte seine Leidenschaft für wilde Tiere in einem Afrika-Urlaub vor fünf Jahren. Je mehr er begriff, wie viele Wildtiere sinnlos getötet werden, ihren Lebensraum verlieren und kurz vor dem Aussterben sind, desto stärker wurde sein Wunsch zu handeln. "Mehr als ein Essen essen, kann ich auch nicht", sagt Lars Gorschlüter. Er wollte etwas zur Rettung der Natur tun und fragte sich, welchen Beitrag er als Manager leisten kann. Mit 50 000 Euro Stiftungskapital gründete er dann Save.

Mitarbeiter im Löwenfieber

Alle Urlaube hat der Vater einer 15-jährigen Tochter in den letzten fünf Jahren in Afrika zugebracht. Er entdeckte seine Liebe zu den Wildtieren und erkannte bald: "Raubtierschutz bringt nichts, wenn nicht auch in die Kinder investiert wird." Und wie im Unternehmen Gotec gelang es Gorschlüter auch bei seiner Stiftung: Er konnte seine Mitarbeiter mitnehmen. Ein Großteil der Gotec-Belegschaft ist längst im "Löwenfieber". Viele Mitarbeiter studieren nach Feierabend neue Forschungsergebnisse oder schreiben Texte für die Homepage. Mit Freude und Stolz hat Lars Gorschlüter das Ergebnis einer Internet-Umfrage wahrgenommen: 70 Prozent der 1000 Gotec-Mitarbeiter begrüßen die Gründung von SAVE und unterstützen deren Ziele.

(RP/rl)
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