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Mettmann/Erkrath: Ein paar Tage in Cornwall

Mettmann/Erkrath : Ein paar Tage in Cornwall

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Peer Steinbrück bereitet sich nach einem Kurzurlaub auf die nächsten Sitzungen des Parlaments vor. Trotz Krise glaubt er den Euro nicht in Gefahr. Unternehmen im Kreis Mettmann sieht er am Markt gut platziert.

Für den Bundestagsabgeordneten im Mettmanner Süden, Peer Steinbrück, waren die Ferien nur kurz. Eurokrise und die Arbeit für seinen Wahlkreis bestimmen einen großen Teil der plenarfreien Zeit. Der Abgeordnete bereitet weitere Veranstaltungen vor.

Wo und wie verbringen Sie Ihren Urlaub in der plenarfreien Zeit?

Peer Steinbrück Ich habe mit der Familie einige Tage in Cornwall verbracht, die überraschend sommerlich waren.

Können Sie angesichts der Schulden- und Eurokrise ruhig schlafen?

Steinbrück Ich konnte immer gut schlafen. Das hat mir über manchen Stress geholfen. Bei der Bundeswehr habe ich sogar gelernt, im Stehen zu schlafen. Nichtsdestotrotz ist die Situation alles andere als beruhigend und meine Sorge gilt der Stabilität der Währungsunion und dem Erfolg der europäischen Integration insgesamt.

Welche Reaktionen bekommen Sie in dieser Krisensituation aus der Wirtschaft Ihres Wahlkreises Mettmann-Süd?

Steinbrück Bei Besuchen von Unternehmen im Kreis oder auch beim Unternehmertag in Hilden ist die Stimmung noch überwiegend positiv. Das liegt zum großen Teil daran, dass die Unternehmen ihre Hausaufgaben gemacht haben. Sie sind sehr vorsichtig bei der Fremdfinanzierung und konzentriert auf die Absicherung ihrer Marktposition. Ich habe verschiedene Unternehmen kennengelernt, die intelligent auf die Krise 2008 reagiert haben und die mir bestätigten, dass auch die Politik einiges richtig gemacht hat mit Blick auf die Konjunkturpakete der Großen Koalition. Gleichzeitig erreichen mich immer wieder Stimmen, die das aktuelle Krisenmanagement der Bundesregierung kritisieren und die diesbezüglich auf Besserung hoffen.

Ist der Euro in Gefahr?

Steinbrück Das glaube ich nicht. Der Euro ist in seiner Geldwertfunktion völlig intakt. Sein Außenwert ist nach wie vor stabil und er wird ganz sicher auch in Zukunft seine Rolle als eine der wichtigsten Leitwährungen in der Welt halten, wenn nicht ausbauen. Was mich mehr umtreibt sind die erkennbaren Verspätungen des politischen Krisenmanagements in Europa. Seit 18 Monaten wird über Rettungsschirme vor allem Zeit erkauft. Der Europäische Rat vom 21. Juli hat substantielle Schritte beschlossen, aber nun geht es darum, diese auch umzusetzen. Das werden wir im September auch im Deutschen Bundestag sehen.

Wenden sich viele Menschen mit ihren Sorgen und Nöten an das Wahlkreisbüro des Bundestagsabgeordneten Peer Steinbrück in Hilden und können Sie helfen?

Steinbrück Täglich wenden sich Menschen an mein Wahlkreisbüro in Hilden. Die Anfragen reichen von der Unterstützung von Schulklassen mit Unterrichtsmaterialien, über Sorgen und Probleme von einzelnen Bürgerinnen und Bürgern bis hin zu Anfragen von Organisationen, Vereinen und Verbänden. In den meisten Fällen können meine Mitarbeiter und ich weiterhelfen. Ich habe zahlreiche Kontakte vermittelt oder persönliche Anliegen unterstützt.

Sie haben in den letzten Jahren viele Firmen und Organisationen in den Städten des Kreises Mettmann besucht. Welche Erkenntnisse haben Sie dabei gewonnen?

Steinbrück Bei den Besuchen waren vor allem zwei Bereiche beeindruckend. Bei vielen verschiedenen Firmenbesuchen habe ich viele "Versteckte Champions" kennen gelernt: von Automobilzulieferern über Pharmaunternehmen bis hin zu Maschinenbau- und Dienstleistungsunternehmen. Diese Unternehmen sind am Markt gut platziert und zum Großteil für die gute Entwicklung des Wirtschaftsstandortes verantwortlich. Außerdem war ich vom starken ehrenamtlichen Engagement bei Vereinen, Verbänden und Organisationen beeindruckt. Ich habe viele Menschen kennengelernt, die sich in ihrer Freizeit engagieren und einiges bewirken. Ohne diese Menschen wäre der soziale Zusammenhalt in der Region sicherlich nicht so groß. Dafür gebührt ihnen Dank und Anerkennung.

Welche Auftritte planen Sie in der nächsten Zeit in Ihrem Wahlkreis?

Steinbrück Wie bisher werde ich regelmäßig in den Städten meines Wahlkreises verschiedene Termine wahrnehmen. Dabei stehen Vereine, Verbände, Organisationen, kommunale Einrichtungen sowie Firmen auf dem Programm. Als Veranstaltungsreihe wird "Peer Steinbrück im Gespräch..." im zweiten Halbjahr mit einer Veranstaltung zur "Energieversorgung in den Kommunen" weitergehen.

Welchen politischen Themen wollen Sie sich künftig vor allem widmen?

Steinbrück Im Rahmen meines Mandates und meiner Aufgaben innerhalb der Bundestagsfraktion werde ich mich weiter europäischen Themen widmen. Neben der aktuellen Krise der Staatsfinanzen einiger Mitgliedsstaaten stehen auch die Verhandlungen über die neue Finanzplanung der EU an. Interessant wird dabei sein, ob es in Europa gelingt angesichts der virulenten Wettbewerbsschwächen einiger Staaten, den Haushalt der EU weg von Agrarsubventionen hin zu Zukunftsinvestitionen in Forschung, Technologie, Bildung neu auszurichten. Darüber hinaus werde ich natürlich weiterhin die Wirtschafts- und Finanzpolitik im Blick behalten.

Wo sehen Sie persönlich Ihre politische Zukunft?

Steinbrück In Berlin und im Kreis Mettmann.

Jürgen Fischer stellte die Fragen

(RP)