1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann

Erkrath: Ein neuer Heimatverein

Erkrath : Ein neuer Heimatverein

"Die Erkrather" setzen auf Zukunftsgestaltung. Frauen und Männer im Verein gleichberechtigt.

Nachdem im April der Haussegen bei den "Ercroder Jonges" kräftig schief hing, verabschiedeten sich der damalige Vorsitzende Holger Johan sowie weitere Mitglieder und gründeten einen neuen Heimatverein. Was bei den Jonges nicht ging, ist bei "Die Erkrather" jetzt Realität: Frauen und Jugendliche sind gleichberechtigte Vereinsmitglieder. Deren Vorsitzender heißt Holger Johan.

Frisch und modern

Schon am neuen Logo lässt sich der neue Weg erkennen. Kein Wappen, keine strenge Linie. "Die Erkrather" präsentieren sich vielfältig, frisch und modern. "Wir denken mehr zukunftsorientiert, nicht nostalgisch", betont Sprecher Michael Helke, der das Signet entworfen hat. Dass sich das weibliche Geschlecht an der Heimatpflege und Brauchtum beteiligen soll, ist selbstverständlich. Unter den momentan 36 Mitgliedern sind elf Frauen sowie neun Jugendliche. Helkes Frau Vera hat sogar das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden übernommen. "Bei den Jonges durften die Frauen zwar bei Festen helfen, ansonsten war es jedoch ein reiner Männerverein." Aber das Kapitel ist für Helke abgehakt.

Aktiv die Zukunft gestalten

Unter Heimatpflege verstehen "Die Erkrather" mehr als das Aufrechterhalten gewachsener Traditionen oder Aufarbeitung der historischen Entwicklung. "Wir wollen aktiv an der Zukunftsgestaltung teilnehmen", erklärt Johan. "Heimatpflege ist ein fortwährender Prozess." Ein wesentlicher Baustein ist dabei die Jugendarbeit. Das bedeute auch den steten Austausch der verschiedenen Generationen untereinander sowie unterschiedlichen gesellschaftlichen Vereinen oder Gruppierungen. "Wir bauen Brücken" heißt der neue Leitsatz. Der Verein möchte einen Beitrag für alle Menschen in der Stadt leisten, "seien es Alteingesessene oder Neubürger", sich mit Erkrath zu identifizieren. Dazu gehöre natürlich auch die Kenntnis über städtische Besonderheiten und deren historische Entwicklung. Helke ist überzeugt, dass sich auch die Jugend dafür begeistern lässt.

"Brücken bauen" deshalb zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Er glaubt jedoch, dass Jugendliche ihre Ziele klarer ausdrücken müssten. Sie sollen nicht sagen, ihr da oben plant unsere spätere Zeit und macht, was ihr wollt." Für den Anfang ist eine Discoveranstaltung geplant, die aber lediglich "eine Initialzündung" sein solle, um den Verein unter den jungen Leuten bekannter zu machen. "Patria est, ubicumque est bene — Die Heimat ist, wo immer man sich wohl fühl", lautet ein Satz von Cicero.

Ein Konkurrenzverein zu den "Ercroder Jonges" möchte der neue Heimatverein nicht sein. "Wir wollen die Vielseitigkeit unserer Stadt präsentieren." Feste werden zwar veranstaltet, "aber darauf beschränken wir uns nicht." Momentan bereiten sie das Martinsfest vor. Einen Traum hat Helke noch. "Ich wünsche mir ein kleines Heimatmuseum aufbauen zu können, doch es wird noch Zeit vergehen."

(RP)