Ehrenbürgermeisterin Ingrid Siebeke verstorben

Mettmann: Ehrenbürgermeisterin Ingrid Siebeke verstorben

(RP) Fast 20 Jahre lang, von 1975 bis 1994, hat Ingrid Siebeke sich als Bürgermeisterin für die Belange der Stadt eingesetzt. In ihre Amtszeit fiel die kommunale Neugliederung und damit der Zusammenschluss von Mettmann und Metzkausen.

Sie war maßgeblich an der Städtepartnerschaft zwischen Mettmann und Laval sowie am Ausbau der Patenschaft zum Kreis Angerapp beteiligt. In der Nacht zu gestern ist sie im Alter von 94 Jahren gestorben.

Geboren wurde sie am 4. Mai 1924 als zehntes Kind von Hans und Lilly Magis in Essen. Noch während es Krieges begann sie in Leipzig das Medizinstudium und setzte es 1945 in Bonn fort. Dort lernte sie ihren Ehemann, den Wirtschaftsanwalt Friedrich Wilhelm Siebeke kennen. Trotz ihrer sechs Kinder ließ die ehrgeizige Mutter nicht locker, studierte zwischendurch „mit Stottern“, wie sie sagte, weiter und bestand 1956 ihr Staatsexamen. Sie arbeitete als Ärztin in einer Bonner Klinik.

1961 – mittlerweile war die Familie in Metzkausen ansässig – begann ihre politische Laufbahn. Ingrid Siebeke trat der CDU bei und wurde 1964 in den Metzkausener Rat gewählt. In den Folgejahren erwarb sie sich Verdienste, lernte die Kommunalpolitik kennen.

So war es kein Wunder, dass sie am 23. Mai 1975 zur Bürgermeisterin der Stadt Mettmann gewählt wurde. „Sie dürfen mich mit gleichen Maßstäben messen wie meine Vorgänger. Ich werde für jeden da sein, der ein Anliegen hat. Nehmen sie mich beim Wort“, sagte sie damals.

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Unabhängig von sachlichen Auseinandersetzungen, erwarb sich Ingrid Siebeke bei allen Parteien und bei den Bürgern Respekt und Annerkennung. Sie war eine der ersten Kommunalpolitikerinnen, die sich für den Umweltschutz engagierte. Politischer Opportunismus und das Anbiedern an kurzatmige Strömungen waren ihre fremd.

Für Wirbel sorgte ihre Äußerung bei der Eröffnung des Mettmanner Frauenhauses im Jahr 1993. Sie hatte damals ein Bügeleisen als Geschenk mitgebracht und sagte: „Damit können auch Streitigkeiten ausgebügelt werden. Vielleicht lernen die Frauen im Frauenhaus, mit dem Bügeleisen die Oberhemden ihrer Männer zu bügeln.“ Im Nachhinein wollte sie sagen, dass oft Kleinigkeiten zu Ehekrach und Gewalt führen können. Sie überstand die in die Mettmanner Geschichte eingegangene „Bügeleisen-Affäre“, kandidierte aber im nächsten Jahr nicht mehr als Stadtoberhaupt.

Ingrid Siebeke war stets ein Familienmensch, mit ihren sechs Kindern, vielen Enkeln und Urenkeln.

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