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Mettmann: Ehemalige Kunstlehrerin stellt im Café Einblick aus

Mettmann : Ehemalige Kunstlehrerin stellt im Café Einblick aus

Die Malerin Margarete Müller-Teschke präsentiert im evangelischen Gemeindehaus Mettmann Acrylbilder.

Ein wenig merkt man ihren Bildern an, dass das 25-jährige Wirken von Margarete Müller-Teschke als Kunstlehrerin am Konrad-Heresbach-Gymnasium abgefärbt hat. Papageienhaft frech, wie Farbexperimente eines ambitionierten Kunst-Leistungskurses, begrüßen sie die Besucher des Café Einblick im evangelischen Gemeindehaus Mettmann. Doch Hausherr Ernst-Albrecht Schmidt warnte zur Vernissage vor interpretatorischen Schnellschüssen: "Von weitem sieht man mehr die flächigen Farben; von nahem mehr die Strukturen. Es ist eine Einladung, die Bilder mit dem, was wir unterwegs in unserem Leben erleben, zu verbinden, zu verknüpfen, vielleicht sogar miteinander zu verschränken."

Besonderen Eindruck hinterließ in ihm eine Collage mit eingearbeitetem Sonnengesang des Franz von Assisi. Ihre ehemalige Kollegin und Musiklehrerin Evi Claßen, die dort schon Fotos ausgestellt hat, vermittelte Müller-Teschke in den beliebten Treffpunkt im neuen Gemeindehaus. Zu sehen sind seit der Milleniumwende entstandene Bilder beginnend mit dem Souvenir eines dreimonatigen Winteraufenthalts in der Ewigen Stadt "Es war immer mein Traum, einmal in Rom zu arbeiten." Aufgegriffen hat Müller-Teschke dafür die beige Marmorfarbe der Wälder von Ruinensäulen mit einem ihr kostbar gewordenen Freskodetail eines Fenstersims. Goethe wäre gewogen gewesen.

Ihr Zwillingsbild "Soleil" entstand anlässlich eines Stipendiums im seealpinen Zentrum aller Meistertöpfer Vallauris: "Dort gab es einen Bäcker, der mit Holz feuerte. Donnerstags wurde der Ofen sauber gemacht." Die entsorgte Grauasche rahmte sie ultramarin zu einem französischen Original ein. Picasso hätte an solchem Verve seine Freude gehabt.

Ebenso an der an seiner Azurküste in und um Antibes zusammengesuchten Lebensparabel "Gedächtnislandkarte". Den Hang zu Fundstücken erklärte Müller-Teschke so: "Das Thema der Ausstellung heißt ,Unterwegs'. Da habe ich natürlich ein bisschen was Passendes ausgesucht." Insgesamt genommen scheint Müller-Teschke diesmal pastelliger als gewohnt unterwegs zu sein. Das exemplarisch schimmernde Portrait einer Wahrnehmungspforte in Sonnenscheingelb namens "Paths are made by walking" entstand wie die meisten Exponate in ihren hiesigen Ateliers im Neandertal und in Köln-Nippes mit Aussicht op d'r Dom.

Ohnehin war für sie das vergangene Jahr ein Jahr des Heimkehrens. Im Sommer zeigte Müller-Teschke eine Einzelausstellung in Wuppertal, wo sie einst studiert hat: "Malen ist für mich Selbstverständnis. Ich habe immer gemalt, in meiner Kindheit, im Studium, später im Unterricht."

Aktuell schmiedet Müller-Teschke an einem Oasenzyklus. Sie hat das Königreich Marokko besucht und bringt nun Wüstenimpressionen zu Papier. Auf diese sandberieselten Einsichten ins Orientalische werden sich die Mettmanner noch ein wenig gedulden müssen, seufzt Müller-Teschke: "Manchmal sehen sie sehr leichtfüßig aus, aber sie entstehen sehr zäh."

(lard)