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Mettmann: Egerländer Straße: tote Leitung

Mettmann : Egerländer Straße: tote Leitung

Seit 7. Oktober schweigen die Telefone vieler Anlieger. Bei Tiefbauarbeiten wurde ein Kabel der Telekom beschädigt. Dort dringt jetzt Feuchtigkeit ein. Das Lokalisieren der schadhaften Stelle gestaltet sich schwierig.

Von wegen "vernetztes Leben und Arbeiten" – wie es die Telekom auf ihrer Website verheißt. Die Egerländer Straße in Mettmann ist seit 7. Oktober ein Ort der Unerreichbaren. 15 Anlieger haben sich bisher bei der Telekom gemeldet, weil sie ohne Festnetz- und ohne Internet-Anschluss sind. Der Rest schweigt und hofft, dass der Fehler bald behoben ist. Manch einer ist sauer, wie Jürgen Fritz, der sein Elternhaus an der Egerländer Straße an eine ältere Dame vermietet hat. "Seit 7. Oktober war ihr Leitungsanschluss tot. Da bin ich am vergangenen Dienstag mal hingefahren, um nach dem Rechten zu sehen", sagt der Wahl-Wuppertaler. Die alte Dame war gesund, aber entnervt. Wiederholte Anrufe bei der Hotline des Netzanbieters landeten in der Warteschlange oder wurden mit unverbindlichen Äußerungen abgetan. Erfolglos blieben auch Besuche im Telekom-Laden und zwei Schreiben an das Telekommunikationsunternehmen. "So wie meiner Mieterin ergeht es wohl 30 weiteren Telekom-Teilnehmern an der Egerländer Straße", schätzt Jürgen Fritz.

Schleichender Prozess

Damit liegt er nicht ganz falsch. Tatsächlich handelt es sich laut Telekom um eine Großstörung. Und die dauert an. "Durch Tiefbauarbeiten ist unser Kabel beschädigt worden. Es ist Feuchtigkeit eingedrungen. Wir sind auf der Suche nach der Schadensstelle, und die gestaltet sich schwierig", sagt Katja Werz, Pressesprecherin des Unternehmens in der Region West. Ulrike Wrucke, ebenfalls Anwohnerin der Egerländer Straße und Telekom-Kundin, hat Glück. "Bei uns tut es zwar das Festnetz seit 10. Oktober nicht mehr. Drei oder vier Tage kamen wir auch nicht ins Internet. Doch das funktioniert zurzeit wieder", sagt sie. "Das kann durchaus sein", bestätigt Werz. "Die Durchfeuchtung ist ein schleichender Prozess. Er beginnt mit Rauschen in der Leitung und Gesprächsabbrüchen, bis die Signale komplett tot sind. Je feuchter das Kabel, desto schwerwiegender die Störung."

Von Computern eines Knotenpunktes aus schicken die Telekom-techniker nun Signale in das Kabel, um festzustellen, wo sie nicht mehr durchdringen. Dort wird das Kabel freigelegt und erneuert. "Wir gehen davon aus, dass einige Meter betroffen sind. Wir arbeiten mit Hochdruck an der Fehlersuche", versichert sie.

Vielen Anliegern bleibt zurzeit nur das Handy zum Telefonieren. Für manch einen ein teueres Vergnügen, wie für Ulrike Wrucke, die keine Flat hat. Ob und was sie und die anderen Betroffenen eventuell an Schadensersatz fordern können, kann Katja Werz nicht sagen. Sie rät jedoch unbedingt, sich ein so genanntes Störungsticket durch die Störungsmeldung zu verschaffen.

(RP)