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DLRG aus Mettmann: 56 Stunden im Hochwasser-Einsatz

DLRG aus Mettmann : 56 Stunden im Hochwasser-Einsatz

Die DLRG-Helfer Robin Hillen und Christian Muche berichteten Bürgermeisterin Sandra Pietschmann, wie sie bei der Hochhwasser-Katastrophe helfen konnten.

) Im Rahmen der Woche des bürgerschaftlichen Engagements hat Bürgermeisterin Sandra Pietschmann den DLRG-Lebensrettern Robin Hillen und Christian Muche für ihren Hilfseinsatz im Rhein-Sieg-Kreis gedankt. Dort waren viele Ortschaften nach den Juli-Unwettern überflutet worden. Die Mitglieder der Mettmanner DLRG-Ortsgruppe berichteten, was sie in ihren Einsatzgebieten erlebt haben.

Robin Hillen sagte: „Das werde ich mein Leben lang nicht mehr vergessen.“ Die Bilder der Zerstörung haben sich den Rettern regelrecht eingebrannt. Hillen und Muche sind bei der Mettmanner DLRG für das Einsatzgeschehen verantwortlich und haben die Qualifikation zum Katastrophenschutzhelfer und Gruppenführer sowie zum Bootsführer und Strömungsretter.

Als die DLRG am Abend des 14. Juli Vollalarm auslöste, packte Hillen, der zusammen mit Muche zur Katastrophenschutz-Einheit des DLRG-Bezirks Kreis Mettmann gehört, seine Sachen und machte sich auf den Weg zum Sammelpunkt. Muche war zu diesem Zeitpunkt im Urlaub, konnte erst eine Woche später mit in den Einsatz gehen. Mit DLRG-Mitgliedern aus Erkrath und Haan und einem Boot auf einem Anhänger ging es los. „Zunächst haben wir noch alles eingesammelt, was wir finden konnten“, sagt Hillen. DLRG-Kräfte aus Mülheim, Bonn und Monheim wurden mitgenommen, die den Einsatztrupp verstärkten. Dann ging es in den Rhein-Sieg-Kreis. „Es war für uns schwierig, nachts überhaupt ins Einsatzgebiet zu kommen“, erinnert sich Hillen. Überflutete Straßen und liegengebliebene Fahrzeuge erschwerten die Anfahrt. Immer wieder mussten sie umdrehen.

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Morgens gegen sechs Uhr – an Schlaf war bis dahin kaum zu denken gewesen – wurde es ernst. Bundeswehr und Bundespolizei überflogen mit Hubschraubern die überfluteten Orte und hielten nach Menschen Ausschau. Mit Rettungs- und Hochwasserbooten wurde ein Dorf evakuiert, Feuerwehrleute mit schwerem Gerät zu Einsatzstellen gefahren und Menschen gesucht. Hillen blieb an Land und koordinierte den Transport von Kranken und Verletzten sowie die Übergabe an die Rettungskräfte: „Die Einsätze mit dem Boot waren wegen der starken Strömung nicht ungefährlich. Eine andere Einheit hat ihr Boot verloren. Außerdem konnte man überhaupt nicht sehen, ob es im Wasser irgendwelche Hindernisse gibt. Ich bin heilfroh, dass alles gut gegangen ist.“ Der Einsatz dauerte 56 Stunden. „Geschlafen habe ich acht Stunden.“

(dne)