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Erkrath: Diskussion um neue Beigeordnetenstelle

Erkrath : Diskussion um neue Beigeordnetenstelle

Vier Kandidaten haben sich im Hauptausschuss für die Beigeordnetenstelle präsentiert. Die CDU will niemanden, SPD, BmU und Grüne favorisieren eine Kandidatin.

Die Suche nach einem Beigeordneten für Familie, Soziales und Kultur läuft. Im Hauptausschuss präsentierten sich jetzt vier Kandidaten, drei Frauen und ein Mann. Die Parteien stellten Fragen, ließen sich die Vorstellungen und Konzepte der Kandidaten zeigen und fühlten den Bewerbern auch auf den Zahn.

SPD-Fraktionschef Detlef Ehlert hofft auf Grüne und BmU. Foto: privat

Einzig die CDU blieb stumm. Sie habe im Vorfeld gegen die Ausschreibung gestimmt und wird sich auch im Rat gegen mögliche Bewerber aussprechen, sagte CDU-Fraktionschef Wolfgang Jöbges gestern. Der Grund: die Finanzen der Stadt. "Wir wollen schon seit langem den Kinder- und Jugendbereich stärken und uns um mehr soziale Gerechtigkeit bemühen", sagte SPD-Fraktionschef Detlef Ehlert vor Wochen. Auch die Bürger mit Umweltbewusstsein und die Grünen favorisieren die Besetzung einer solchen Stelle. Seitens der SPD habe man nach den Vorstellungen eine Präferenz, sagte Ehlert gestern.

Die CDU jedenfalls wehrt sich grundsätzlich. "Die vielfältigen Aufgaben im Bereich Schulamt, Kulturamt, Jugendamt und Sozialamt werden seit Jahren zur vollsten Zufriedenheit durch die qualifizierten und erfahrenen Amtsleiter erledigt", führt Jöbges aus. Es bestehe nicht die geringste Veranlassung, den bewährten und selbstständig arbeitenden Mitarbeitern nun durch eine Entscheidung von SPD, BmU und Grünen einen neuen Beigeordneten "vor die Nase zu setzen". Zudem betrügen die zusätzlichen Kosten für einen neuen Beigeordneten mehr als 100 000 Euro pro Jahr. Der Rat habe bereits für den Ende 2013 aus dem Dienst scheidenden Kämmerer Heribert Schiefer einen Laufbahnbeamten als Nachfolger gewählt, so dass der neue Beigeordnete auch keine Aufgaben des ausscheidenden Kämmerer übernehmen müsse, sagt Jöbges.

BmU-Fraktionschef Bernhard Osterwind fand alle Kandidaten fähig, die Tätigkeit auszuüben, sagte er gestern. "Wir werden uns am Montagabend in der Fraktion auf eine Person einigen." Absprachen mit SPD und Grüne werde es nicht geben. Ob sich die drei Fraktionen SPD, BmU und Grüne dann aber auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen können, ist sehr fraglich. Bis zur Ratssitzung nächste Woche ruht der See. "Die Sitzung jedenfalls wird sehr, sehr interessant", sagt Wolfgang Jöbges.

(RP)