Mettmann Dirtbike-Bahn im Stadtwald eröffnet

Mettmann · Jugendliche freuen sich über die Bahn im Stadtwald. Sie haben die Strecke in Eigenarbeit und mit dem Bauhof gebaut.

 Johannes Grote (vorne) und Tim Schüz fuhren als Erste von der Startrampe der neuen Dirtbike-Bahn im Stadtwald.

Johannes Grote (vorne) und Tim Schüz fuhren als Erste von der Startrampe der neuen Dirtbike-Bahn im Stadtwald.

Foto: Dietrich Janicki

Spitze Hügel und hölzerne Rampen stellen sich den Fahrern auf der neuen Dirtbike-Bahn in den Weg und laden zu Sprüngen und Tricks ein. "Ein Salto macht besonders viel Spaß. Das ist ein unglaubliches Gefühl, mit dem Kopf nach unten zu hängen und zu wissen, dass ich gleich wieder sicher lande. Das ist Adrenalin pur", berichtete Johannes Grote. Zur Eröffnung der neuen Bahn im Stadtwald konnte der leidenschaftliche BMX-Fahrer seine besten Tricks allerdings nicht unter Beweis stellen. Die kräftigen Gewitterschauer hatten den Boden zu sehr aufgeweicht. "Vorletzte Woche habe ich die Strecke allerdings schon einmal ausprobiert und es passt wirklich alles. Sie ist so geworden, wie wir uns das vorgestellt haben."

Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe von Fahrern hat Johannes Grote mehr als ein Jahr lang Erdhügel aufgeschüttet, Hindernisse gebaut und Wege durch das Gestrüpp geebnet. "Am Anfang mit Schubkarre und Schaufel, in den vergangenen Wochen aber auch mit großen Maschinen."

Die Erde stammt von der neuen Sportanlage in Metzkausen und beim Transport haben die Mitarbeiter des Baubetriebshofes mit Hand angelegt. "Sie waren sehr kooperativ und haben uns toll unterstützt", sagte Ogün Yilmazer von der mobilen Jugendarbeit. Das Gelände oberhalb der Freizeitanlage, das RWE der Stadt zur Verfügung gestellt hat, ist für alle offen, die sich auf zwei Rädern beweisen wollen und sich an die Regeln halten. "Eitelkeit ist hier fehl am Platz. Daher sollten Helm und Schutzkleidung immer dazugehören. Rauchen und Alkohol sind verboten und seinen Müll muss jeder selbst entsorgen. Wir haben dafür extra eine Tüte da oben aufgehängt", betonte Ogün Yilmazer.

"Zu den ungeschriebenen Gesetzen gehört, niemals alleine zu fahren", ergänzte Johannes Grote. Da dennoch immer Unfälle passieren können, ist die Zufahrt für den Rettungswagen sichergestellt. "Die Feuerwehr hat ein Luftbild der Anlage in ihr System eingespeist", sagte Astrid Hinterthür. Die Fachbereichsleiterin für Bildung, Jugend und Soziales ist begeistert, was die Jugendlichen in Eigenleistung geschafft haben. "Die Bahn hat die Stadt 1500 Euro, also praktisch nichts gekostet. Professionelle Bahnen sind mit mindestens 35000 Euro erheblich teurer." Die Aulen Mettmanner haben das Engagement der Jugendlichen ebenfalls gewürdigt und ihnen ein Materialhäuschen gestiftet. "Wenn sie in Zukunft noch etwas brauchen, unterstützen wir sie auch weiterhin", kündigte der Vorsitzende Friedel Liesenkloß an. Ihn freut außerdem, dass sich für dieses Projekt alle Fraktionen in Mettmann eingesetzt haben. "Das ist selten genug."

Viel Potenzial sieht Anja Jerenko in der Strecke. Die ehemalige Deutsche Meisterin ist aus Solingen gekommen, um sich die Bahn anzusehen. "Es ist toll, was hier entstanden ist und es steckt viel Arbeit darin. Ich freue mich schon darauf, sie auszuprobieren."

(domi)