1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann

Mettmann: Diese Frauen spinnen wirklich

Mettmann : Diese Frauen spinnen wirklich

Eine Gruppe Wülfrather Frauen trifft sich regelmäßig am Niederbergischen Museum, um gemeinsam zu spinnen. Die Arbeitsgeräte für die traditionelle Handarbeit bringen sie aus ihrem Privatbestand mit.

Wie Einkaufstaschen unter den Arm geklemmt, trugen gestern Nachmittag acht Frauen hölzerne Räder in den urigen Garten des Niederbergischen Museums. Gar kein so seltener Anblick: Schließlich treffen sich die Hobby-Handarbeiterinnen dort regelmäßig, um gemeinsam ihrem Hobby dem Spinnen zu frönen und sich gegenseitig auszutauschen. "Schon früher trafen sich die Frauen, um gemeinsam aus Wolle Garn und Zwirn herzustellen", weiß Angelika Pika über die wohl älteste Handar-beit, die sie selbst seit mittlerweile zehn Jahren zu ihren Hobbys zählt.

Nachdem die Wülfratherin dieses dann vor zwei Jahren bei einer Museumsnacht rund um das Thema "Schaf" vorstellte, kam ihr die Idee, regelmäßige Spinn-Treffen in der Kalkstadt zu initiieren. "Gemeinsam das Spinnrad zu drehen statt alleine zu Hause — das genieße ich seitdem sehr", erzählt sie frohgelaunt und lässt geschickt die tiefbraune Schafswolle durch ihre Finger gleiten.

Gar nicht so einfach

Dass das aber gar nicht mal so einfach ist, ist zumindest Angelika Pika nicht anzusehen. "Mit den Fingern verdrehe ich die Wolle leicht, damit das Garn möglichst fein und regelmäßig wird", erklärt die 57-Jährige. Wichtig sei dabei, dass das Spinnrad möglichst gleichmäßig läuft. Denn ein ruckartiges Ändern der Geschwindigkeit, so die Expertin, führt zu einer Verknotung am entstehenden Garn. "Und genau dann kommt man schnell aus dem Konzept", sagt sie schmunzelnd. "Aber bei allen Schwierigkeiten — den Umgang mit dem Spinnrad zu lernen, macht jede Menge Spaß." Doch was ist der Reiz an der eigenen Produktion von Garn und Zwirn? "Mich hat damals die Schönheit dieses Vorgangs fasziniert", erinnert sie sich. "Das gleichmäßige Treten des Pedals im Einklang mit dem feinen Zwirnen der Finger." Heidrun Haas, die gerade an einem besonders attraktiven grün-rosa Garn arbeitet, stimmt ihr da vollkommen zu: "Die Arbeit mit Wolle ist einfach wunderbar. Und durch das Spinnen lernt man dieses natürliche Produkt noch mehr zu schätzen." Was man dann mit dem gewonnen Faden anstellt, ist jeder Frau selbst überlassen. "Mein bunter Faden eignet sich wunderbar für Kleidung", freut sich die 52-Jährige. "Aber vielleicht wird es auch ein Schaal oder ein Tuch? Mal abwarten — das Stricken ist dann ja erst der nächste Schritt."

  • Lara Terhardt schaffte es erneut, einen
    Handball : Der HSG Adler Haan geht am Ende die Luft aus
  • Die Wülfratherin Annika Rosenboom (Mitte) verkürzte
    Handball : Mettmann-Sport zittert sich zum Erfolg über TB Wülfrath II
  • Die Auszeichnung „Goldener Schraubenzieher“ geht an
    Schuhmachermeister aus Mettmann : Seine Arbeit ist einen Preis wert

Keine Anmeldung nötig

Bei den monatlichen Treffen sitzen die Frauen im Museum oder in dessen Garten bis zu zwei Stunden beisammen. Einer verbindlichen Anmeldung bedarf es nicht. "Hier gibt es auch keine Lehrerin", erklärt Angelika Pika. "Wir üben gemeinsam, helfen einander oder genießen ein-fach die gemeinsame Zeit." So sind nicht nur geübte Spinnerinnen, sondern auch Frauen zum Schnuppern herzlich willkommen.

(nibo)