Mettmann: Die Lust an Wasser und Farbe

Mettmann: Die Lust an Wasser und Farbe

Die Malerin Tatiana Grichkovets-Schultheis aus Erkrath liebt Strand, Meer, Boote und Fische als Motive für ihre Arbeiten. Die Weißrussin hat an der Akademie der Schönen Künste in Belarus studiert und ist Meisterschülerin.

Weiß ist die Lieblingsfarbe von Tatiana Grichkovets-Schultheis. Dennoch dominieren in vielen Aquarellen der Künstlerin, die in Pinsk in Weißrussland aufgewachsen ist und heute in Mettmann lebt, helle und freundliche Farben, vor allem das Blau. "Ich lasse die Farben einfach laufen, denke manchmal, da malt jemand für mich", erzählt die Meisterschülerin von Felix Ianoushekevich, dem Präsidenten der Akademie der Schönen Künste in Belarus.

Obwohl Tatiana Grichkovets-Schultheis in allen Techniken zu Hause ist, bevorzugt sie die Aquarellmalerei. "Weil das für mich besonders lebendige Farben sind, die mit viel Wasser verarbeitet werden, das ja auch ein Symbol für Leben ist".

Vor allem das Meer sieht sie als dieses Symbol des Lebens, hat dementsprechend viele Motive mit Strand, Meer und Booten in ihrer Arbeitsmappe. Im Urlaub könne es beispielsweise passieren, dass sie auf bei aufkommendem Unwetter weiterhin in den Dünen sitzt und die Wetterstimmung auf das Papier bannt, während ihr Mann und ihr Sohn schon längst Zuflucht in der Unterkunft gesucht haben, verrät sie.

Dennoch haben auch die Bilder, die Sturm und aufgewühlte See wiedergeben, kaum etwas Bedrohliches, sie gewinnt in ihren Arbeiten der Natur überwiegend die schönen Seiten ab. "Aber der Himmel ist halt nicht immer blau" sagt sie.

Selbst ein simpler Karpfen, der eigentlich im Kochtopf landen soll, muss manchmal zunächst als Motiv für ein Bild herhalten, berichtet die Künstlerin und präsentiert eine Arbeit, auf der der stattliche Fisch in den schönsten schillernden Farben zu sehen ist.

Gleich viermal hat sie ihn gemalt, bis schließlich das Ergebnis unter ihren eigenen strengen Augen Bestand hatte und in einen schönen Rahmen durfte. Anschließend habe der Fisch aber dennoch hervorragend gemundet, räumt Tatiana Grichkovets-Schultheis ein. Neben dem Meer und den Landschaften sind oft auch Blumen, Pferde oder sogar Engel ihre Motive.

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Schon als Kind habe sie regelmäßig gemalt, berichtet die Künstlerin. Ihr Vater war beim Militär tätig und selten zu Hause. Und wenn ihre Mutter, die als Lehrerin ihren Lebensunterhalt verdiente, unterwegs war, habe sie Tatiana und ihrer Schwester immer reichlich Zeichenblöcke im Haus gelassen, damit sich die Kinder sinnvoll beschäftigen konnten.

"Wenn sie abends nach Hause kam, waren oft nicht nur alle Blätter bemalt, sondern manchmal auch Tisch und Stühle. Aber deshalb gab es nie Probleme", erzählt sie, die ihre Liebe zur Kunst und zur Musik vor allem von ihrer Oma geerbt hat, deren Namen sie auch trägt.

Traum von der eigenen Malschule

Durch die Kunst hat die junge Weißrussin auch ihren Mann kennengelernt, der sich bei einer Ausstellung in Fulda für eines ihrer Bilder begeisterte. Später haben beide gemeinsam einige Ausstellungen organisiert, wobei der Erlös aus dem Verkauf der Bilder Krankenhäusern in Pinsk zur Verfügung gestellt wurde.

Hin und wieder gibt Tatiana Grichkovets-Schultheis Interessenten auch Malunterricht, ihr Traum wäre, einmal eine eigene Malschule zu leiten. Im Vordergrund steht für sie aber weiterhin, beim Malen für sich selbst Kraft und Frieden zu finden.

(mue)
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