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Serie Abteilungen Der Kreispolizeibehörde (6): Die Leitstelle koordiniert alle Einsätze

Serie Abteilungen Der Kreispolizeibehörde (6) : Die Leitstelle koordiniert alle Einsätze

Mettmann 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche: Wenn andere Kollegen vom Innendienst längst den Feierabend genießen, herrscht in der Leitstelle der Kreispolizeibehörde am Adalbert-Bach-Platz weiterhin geschäftiges Treiben. Vergleichbar mit einem Callcenter bimmelt das Telefon hier rund um die Uhr. "Jeder, der im Kreis Mettmann die 110 wählt, landet bei uns", erklärt Erster Polizeihauptkommissar Klaus-Peter vom Hof. 250 bis 300 Notrufe gehen täglich ein. Verkehrsunfälle, Einbrüche, Gewaltdelikte, Ruhestörungen – alles, was im Kreisgebiet geschieht, wird hier zentral koordiniert.

Mettmann 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche: Wenn andere Kollegen vom Innendienst längst den Feierabend genießen, herrscht in der Leitstelle der Kreispolizeibehörde am Adalbert-Bach-Platz weiterhin geschäftiges Treiben. Vergleichbar mit einem Callcenter bimmelt das Telefon hier rund um die Uhr. "Jeder, der im Kreis Mettmann die 110 wählt, landet bei uns", erklärt Erster Polizeihauptkommissar Klaus-Peter vom Hof. 250 bis 300 Notrufe gehen täglich ein. Verkehrsunfälle, Einbrüche, Gewaltdelikte, Ruhestörungen — alles, was im Kreisgebiet geschieht, wird hier zentral koordiniert.

Einer, dem manchmal die Ohren glühen, ist Frank Schmidt. Vier Monitore überwacht er, auf denen sämtliche eingehende Notrufe und laufende Einsätze registriert werden. Das Vorgehen ist stets dasselbe, wie Detlef Piekny erklärt. "Bei jedem Anruf klären wir zunächst die sieben W-Fragen, um den Fall direkt einordnen zu können." Die Daten werden in ein digitales Formular eingetragen, das dem Fall automatisch eine Prioritätsstufe zuordnet. So hat ein Verkehrsunfall mit Sachschaden eine Priorität der Stufe 5, ein Tötungsdelikt die Stufe 1. Über eine Karte kann direkt der nächstgelegene Streifenwagen ermittelt und kontaktiert werden, der den Fall dann übernimmt.

"Wir wissen genau, welche Kollegen wo gerade im Einsatz sind", sagt Piekny. Mehr noch: Für die Polizisten ist es ein Leichtes zu ermitteln, wer den Notruf gewählt hat. Was viele nicht wissen: Auch bei aktivierter Rufnummernunterdrückung wird den Beamten die anrufende Telefon- oder Handynummer angezeigt. "Schüler, die uns besuchen, staunen nicht schlecht darüber." So mancher würde sich dann zweimal überlegen, der Polizei einen Telefonstreich zu spielen. 500 Euro kostet der Missbrauch der "110" beim ersten Mal. Piekny: "Wir wissen von einem Jugendlichen, der nach 40 Scherzanrufen zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt wurde." Das macht sich nicht gut im Lebenslauf. Doch es muss nicht immer böse Absicht sein. Manch einer behelligt die Leitstelle mit Lappalien. "Wir kennen unsere Pappenheimer, die uns unsere ganze Dienstzeit begleiten", sagt Piekny lachend. Ernst genommen wird jeder Anruf. Manchmal muss spontan psychologische Hilfe geleistet werden, um Suizidenten von ihrem Vorhaben abzubringen.

Besonders zugenommen hätten in den letzten Jahren Notrufe wegen häuslicher Gewalt. Das muss nicht bedeuten, dass mehr Straftaten geschehen. "Vielleicht hat sich das Anzeigeverhalten geändert. Die Hemmschwelle, Gewaltdelikte im Haus zur Anzeige zu bringen, könnte gesunken sein", sucht Klaus-Peter vom Hof nach einer Erklärung. Sein Einsatzgebiet liegt vom Hof sehr am Herzen. "Durch den Kreis verläuft die Altbiergrenze. Wir haben es mit unterschiedlichen Menschenschlägen zu tun." Nächstes Jahr wird er pensioniert. Was er dann vorhat? "Ohren schonen. Und nur noch telefonieren, wann ich will."

(ft)