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Die „Lakritznasen“ führen Hunde in Mettmann Gassi

Corona mal positiv: Lisa Schmitt : Gefahrlos Gassi gehen mit den „Lakritznasen“

Lisa Schmitt hat in Mettmann bereits eine Hundepension. Jetzt will sie Risikopatienten im Falle einer Quarantäne helfen.

Hat sich jemand mit dem Corona-Virus infiziert oder steht er vorsorglich unter Quarantäne, darf er die Wohnung nicht mehr verlassen. Natürlich betrifft dies auch Menschen, die Haustiere haben. Sie werden sich fragen: Was passiert nun mit meinem Hund? Schließlich muss der Vierbeiner regelmäßig Gassi gehen und dazu muss er nach draußen.

Um diesen Betroffenen zu helfen, bietet Lisa Schmitt von „Lakritznasen Mettmann“ unkonventionelle Hilfe an. Für alle Menschen, die Corona haben und einen Nachweis dafür erbringen können wie etwa eine Bescheinigung vom Arzt, bietet Lisa Schmitt einen kleinen, kostenlosen Gassi-Dienst an. „Ich kann da natürlich nur eine kleine Runde gehen, dass die Hunde sich lösen können“, erklärt Lisa Schmitt.

Die erfahrene Tierbetreuerin hat vor rund fünf Jahren eine Hundepension mit fünf Plätzen eröffnet. „Ich wollte das schon immer machen, habe aber immer in Etagenwohnungen gelebt“, erzählt sie. Dann ist sie nach Mettmann in ein Einfamilienhaus gezogen. Hier ließ sich ihr Traum realisieren. Doch zunächst musste sie eine Ausbildung machen. Dann kam die Prüfung ihrer Hundepension und ihres Autos durch das Veterinäramt. Außerdem hat sie eine Zulassung, um die Hunde transportieren zu dürfen.

Denn neben der Hundepension bietet Lisa Schmitt auch Betreuung der Tiere vor Ort an und einen Gassi-Dienst, zu dem sie die Hunde abholt. „Ich habe Gitterboxen auf zwei Etagen im Auto“, erklärt sie, „so dass die Hunde untereinander keinen Kontakt haben.“ Auf den Namen „Lakritznasen Mettmann“ kam sie, weil viele Leute ihre Hunde und Katzen liebevoll Lakritznasen nennen. „Die meisten haben schwarze Nasen.“

Um den kranken und unter Quarantäne stehenden Hundebesitzern eine Sorge abzunehmen, holt Lisa Schmitt nach Vereinbarung die Hunde bei den Betroffenen ab. „Ich benutze eigene Leinen und Halsbänder“, erzählt sie. „Die Leute lassen die Hunde raus auf den Flur, so dass ich nicht in die Wohnung muss und auch keinen Kontakt zu den Leuten habe.“ Um sich selbst zu schützen, fasst Lisa Schmitt die Hunde nur mit Handschuhen an. Das Auto und die Hundeleinen werden desinfiziert. „Ich habe immer Desinfektionsmittel im Auto.“

Für Risikopatienten, die sich nicht trauen, nach draußen zu gehen, bietet Lisa Schmitt den Gassi-Dienst gegen eine Gebühr von fünf Euro an. Denn durch die Pandemie hat auch sie erhebliche Einbußen. „Ich habe derzeit nur Stornierungen für die Osterferien“, verrät sie. Deshalb kann sie nicht alles kostenlos anbieten. Auch die Gassi-Zeiten wird sie anpassen. „Normalerweise gehe ich nur nachmittags Gassi“, sagt sie. Aber die Hunde der Kranken und unter Quarantäne stehenden Menschen müssen natürlich auch morgens raus.

Da ihr Mann derzeit Home Office macht, kann er in dieser Zeit auf den gerade mal 16 Wochen alten Nachwuchs aufpassen. Lisa Schmitt weiß aus Erfahrung mit gestressten Hunden umzugehen, kann ihre Reaktion einschätzen, was die meisten Privatpersonen nicht können. Da sie jedoch nicht alle Hunde von Erkrankten oder Risikopatienten Gassi führen kann, arbeitet sie gerade an einem Merkblatt mit Richtlinien für die Nachbarschaftshilfe, damit sich auch andere Freiwillige an diesem Dienst beteiligen können.