Mettmann Die Gefahr fährt mit

Düsseldorf · Tiefe Schlaglöcher, unbefestigte Seitenstreifen und die Enge machen die Mettmanner Straße (L 239) zu einer risikoreichen Route zwischen Mettmann und Ratingen. Bald liegt ein Gutachten von Straßen.NRW vor.

Ratingen: Erdrutsch an der Mettmanner Straße
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Ratingen: Erdrutsch an der Mettmanner Straße

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Tempo 30 — mehr geht gar nicht auf dieser Straße, die den Pendlern zwischen Ratingen und Mettmann jede Menge Respekt und Angstschweiß abnötigen muss. Die Mettmanner Straße — L 239 abgekürzt — befindet sich seit langem in einem katastrophalen Zustand. Seit dem Erdrutsch im Schwarzbachtal, der dank des beherzten Einsatzes von Feuerwehr, THW und Baubetriebshof glimpflich ablief, ist die marode Landesstraße wieder in aller Munde.

Man hört sie regelrecht fluchen, die genervten Autofahrer, die an tiefen Schlaglöchern vorbeirattern oder — wenn es gar nicht anders geht — brachial hineingeraten. Die Zahl der Beinahe-Unfälle muss exorbitant hoch sein. Besonders im Winter, bei widrigsten Bedingungen also, kommt das idyllisch gelegene Nadelöhr einer Horrorfahrt gleich. Im Tiefbauamt gehen mit steter Regelmäßigkeit Anrufe und E-Mails ein. Botschaft: Bitte kümmert Euch schnell um diese Straße!

Straßen.NRW: Hang ist standfest

Zuständig für die Landstraße ist der landeseigene Betrieb Straßen.NRW. Dort wird man mittlerweile recht konkret — endlich. Nach dem Erdrutsch hat sich ein Sachverständiger den Hang angeschaut. Eine Sprecherin betont auf RP-Anfrage, dass die Ergebnisse der Expertise "Ende nächster Woche" vorliegen sollen. Die Standfestigkeit des aufgeweichten und mit Planen abgedeckten Hügels sei zurzeit auf jeden Fall gegeben. Ob die Straße nur notdürftig repariert wird, ob der Bau einer neuen Trasse noch einmal zur Diskussion gebracht wird — all dies ließ die Sprecherin offen. "Kein Kommentar!"

Aber wenigstens dies war zu erfahren: Von den Ergebnissen des Gutachtens wird die weitere Verfahrensweise im Schwarzbachtal auf jeden Fall abhängen — da ist sie sich ganz sicher. Bürgermeister Harald Birkenkamp hat erneut an Straßen.NRW geschrieben und um dringende Sanierungsarbeiten gebeten. Die Mettmanner Ratsfraktionsvorsitzende der CDU, Ute Stöcker, drängt Landesverkehrsminister Harry Kurt Voigtsberger (SPD) dazu, die L 239 neu zu bauen.

Die CDU im Mettmanner Kreistag will das Thema L 239 heute im Bau und Planungsausschuss behandeln. Der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion, Waldemar Madeia, will den Druck auf den Landesbetrieb Straßen erhöhen, damit dieser endlich tätig wird.

Bürgerinitiative gründen?

Erdrutsch, Schlaglöcher, Engpass, gefährliche Kurven oder Aquaplaning — seit vielen Jahren hat sich auf und an der Mettmanner Straße nichts getan. Ein Pendler, der täglich von Mettmann nach Ratingen fährt, in der Region viel unterwegs ist, stellt wütend fest, dass die Verkehrssicherheit auf diesem Abschnitt nicht mehr gegeben sei. "Das ist lebensgefährlich", sagt er. Er habe darüber nachgedacht, eine Bürgerinitiative zu gründen oder sogar zur Polizei zu gehen und Anzeige zu erstatten. "Man muss die Leute, die mit dieser Straße zu tun haben, zur Rechenschaft ziehen. So kann das nicht weitergehen."

(RP)