Die Fachhochschule der Wirtschaft in Mettmann ermöglicht ein Schülerstudium

Erkrath/Mettmann : Hochschule ermöglicht Schülerstudium

Die FHDW in Mettmann und das Gymnasium Hochdahl wollen Schüler noch besser auf die Zeit nach dem Abitur vorbereiten.

Studiengänge werden immer spezialisierter. Das macht es nicht unbedingt leichter: Angesichts Tausender Möglichkeiten ist es für junge Leute heutzutage kaum möglich, den Überblick zu behalten, zumal darunter auch Trendstudiengänge sind, an deren Sinnhaftigkeit sich durchaus zweifeln lässt. Die Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in Mettmann setzt dem mit einem handfesten Konzept bewusst etwas entgegen, lädt zu Infoveranstaltungen und Schnuppertagen ein – und sie ermöglicht Schülerstudenten, am Hochschul-Alltag teilzunehmen.

Mit dem Gymnasium Hochdahl in Erkrath wurde die Kooperation vor gut einem halben Jahr offiziell geschlossen. Fünf Oberstufenschüler, die sich dafür bewerben und ein Auswahlgespräch bestehen mussten, hörten daraufhin im Wintersemester freitags nachmittags am Mettmanner Campus die Vorlesung „Grundlagen der Wirtschaftsinformatik“, schrieben anschließend die reguläre Klausur mit. Vier Hochdahler Gymnasiasten haben bestanden und können nun eine Teilnahmebescheinigung vorweisen – samt fünf Credit-Points. Die Leistungspunkte für den Bachelor-Abschluss können bei einem späteren Hochschulstudium angerechnet werden.

Dank der Zusammenarbeit mit der Hochschule kann das Gymnasium begabten Schülern in den Fächern Wirtschaft und Informatik noch bessere Fördermöglichkeiten anbieten. Schulleiter Christof Krügermann ist froh über die Kooperation, die sich ebenso an die Schülerschaft in der ganzen Breite richtet. Unlängst nahm die Jahrgangsstufe 11 (Q1) am FHDW-Seminar Business-Knigge teil: Denn für beruflichen Erfolg ist nicht zuletzt sicheres Auftreten und das Beherrschen der Umgangsformen im Geschäftsalltag entscheidend. Ein Unternehmensplanspiel für rund 30 interessierte Schüler folgt.

Die dürften an dem Gymnasium in Erkrath-Hochdahl leicht zu finden sein. Die Schule hat ein naturwissenschaftliches Profil, im Zukunftsfach Informatik einen Schwerpunkt, ist hier im Modellprogramm des Landes eingebunden und entwickelt den Lehrplan mit. Jedes Jahr werden mehrere Informatik-Leistungskurse angeboten. Im Rahmen dessen waren auch schon vor offiziellem Beginn der Kooperation Wirtschaftsinformatik-Profs von der FHDW im Unterricht. „Schule muss Anreize schaffen, um Schülern Optionen für den späteren Berufsweg aufzuzeigen“, betont Krügermann. Nach den Worten des Schulleiters geht es dabei nicht nur darum, dass die Jugendlichen ihre Begabungen und Interessen entdecken, sondern auch über den Tellerrand schauen.

Hochschulen wie die FHDW standen schon immer für Praxisbezug, den diese den Schülerstudenten nun ebenso ermöglicht. Kooperationen bestehen übrigens auch mit einem Gymnasium in Düsseldorf sowie zwei Schulen in Mettmann. Ein Ziel ist es, die jungen Leute noch besser auf die Zeit nach dem Abitur vorzubereiten und Hemmschwellen gegenüber Hochschulen abzubauen. „Dazu bieten wir Schülern viele Kontaktmöglichkeiten direkt an der Hochschule“, sagt Professor Andreas Brandt, Leiter der FHDW in Mettmann. Die profitiert davon ebenfalls. Schüler sollen frühzeitig die unterschiedlichen Modelle der Hochschulbildung und dabei auch die Chancen eines Dualen Studiums erfahren.