Analyse: Die einzige Lösung: Schranke öffnen

Analyse: Die einzige Lösung: Schranke öffnen

Das Dilemma am Bahnhof Hochdahl wird sich wahrscheinlich so schnell nicht lösen lassen. Zurzeit sieht es so aus, als sei das Offenhalten der Schranke über den August dieses Jahres hinaus die einzige Möglichkeit, den weniger mobilen Menschen vor Ort zu helfen.

Wie bereits berichtet, ist der behindertengerechte Ausbau des Bahnhofs, der bereits Ende vergangenen Jahres beginnen sollte, überraschend auf Eis gelegt worden.

Der Grund: Der VRR hat seine Zuschusszusage zurückgezogen, weil die Bahnsteighöhe nicht mit den S-Bahnen, die der VRR ab 2014 einsetzen will, übereinstimmt. Im Klartext: Die Bahnsteige sind 20 Zentimeter zu hoch für die Bahnen.

Johannes Bachteler, Pressesprecher des VRR erklärt, wieso es dem Verband unmöglich ist, andere Bahnen einzusetzen: Der VRR organisiert seit 1996 im Auftrag des Landes NRW den Schienenverkehr, sagt Bachteler. Das heißt: Er bestellt auch die Bahnen. "Die S 8, S 5 sowie die S 76 und S 96, die in den nächsten Jahren im Bereich Düsseldorf verkehren, sind laut VRR die günstigste Variante, die allen Anforderungen auf der Strecke entspricht — das bezieht sich zum Beispiel auf Beschleunigung und Endgeschwindigkeit.

Das Problem ist nur, dass es sich bei den neuen Bahnen nicht um originäre S-Bahnen handelt, sondern um Langstreckenzüge, die eine niedrigere Eintrittshöhe haben. "Wir haben keine Möglichkeit, andere Bahnen einzusetzen", sagt Bachteler. Der 76 Zentimeter hohe Bahnsteig sei ohnehin die Zukunft, weil er behindertengerecht sei. Von daher sei alles andere nur ein Provisorium. Zurzeit prüft der VRR, ob es möglich ist, die Schienen auf die entsprechende Höhe aufzuschottern, sagt Bachteler. Selbst, wenn das klappen sollte, ist nicht gesagt, dass mehr Tempo in den Umbau des Bahnhofs Hochdahl kommt, so der Experte.

Stellt sich die Frage: Warum hat der VRR das Problem mit den Zügen, die nicht zum Bahnsteig passen, erst ein paar Tage vor beabsichtigtem Baubeginn kommuniziert? Es fällt dem VRR nicht ganz leicht, dieses Dilemma zu erklären. "Wir haben das früh genug bekanntgemacht, aber vielleicht nicht nachdrücklich genug", sagt Bachteler. Die Absprache zwischen den "vielen beteiligten Partnern" hätte besser laufen können.

Nun soll es der Bürger ausbaden. Denn die Deutsche Bahn sieht sich außerstande, den Rampenbau vorzuziehen, so dass Menschen mit Rollator oder Rollstuhl ohne großen Umweg auf die andere Straßenseite kommen. Für die Baustelle müsse der Bahnverkehr unterbrochen werden. Und das gehe so einfach nicht, heißt es. Bleibt nur die weitere Öffnung des beschrankten Übergangs. Eine schnellere Lösung gibt es wohl kaum.

(RP/rl)