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Mettmann: Dicke Luft in der Innenstadt

Mettmann : Dicke Luft in der Innenstadt

Weil die Grenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) an der Breite Straße überschritten werden, muss Mettmann einen Luftreinhalteplan erstellen. Unter anderem soll künftig durch längere Grünphasen Rückstau vermieden werden.

Die Feinstaubbelastung liegt im Mettmanner Stadtkern im tolerablen Bereich, mit den Werten für den Luftschadstoff Stickstoffdioxid (NO2) sieht es da anders aus. Bei Messungen des Landesumweltamtes (Lanuv) wurde der von der Europäischen Union festgelegte zulässige Grenzwert im Jahr 2011 47 Mal überschritten. Zulässig wären 18 Überschreitungen. Die Bezirksregierung Düsseldorf und die Stadt haben deshalb einen Luftreinhalteplan für den Innenstadtbereich ausgearbeitet. Der genaue Maßnahmenkatalog ist noch in Bearbeitung, wird jedoch noch dieses Jahr von der Stadtverwaltung vorgestellt. Die aktuellen Entwürfe in der Übersicht:

Ampelsteuerung Damit der Verkehr besser fließt und Rückstaus vermieden werden, sollen die Ampeln im Innenstadtbereich mit verkehrsabhängiger Steuerung versehen werden. Bei größeren Staus verlängert das System die Grünphase. Bei wenig Verkehr schalten die Ampeln auf "Grün" um, sobald ein Auto kommt. So sollen in den Hauptrichtungen unnötige Wartezeiten vermieden werden. Insgesamt versprechen sich Stadt und Bezirksregierung eine "Grüne Welle", durch die "Stop-And-Go-Verkehr" vermieden wird.

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Parken Die Stadt prüft, ob der Parkraum in den Innenstadtbereichen verringert werden könnte. Höhere Gebühren, weniger Plätze oder lediglich Anwohnerparken sowie mehr Park and Ride (P+R)-Angebote stehen zur Debatte.

Reinigungsfahrzeuge Im Mettmanner Stadtkern sollen die schadstoffärmsten Reinigungs- und Entsorgungsfahrzeuge eingesetzt werden. Sie sollen fahren, wenn auf den Straßen nicht viel los ist. Busse Bei der Vergabe von Linien an Busbetreiber müssen Abgasstandards erfüllt werden. Das Gleiche gilt für Schulbusbetreiber. Bei neu geschlossenen Verträgen müssen sie die grüne Plakette vorweisen.

Umweltzone Die Bezirksregierung wollte in der Mettmanner City eine Umweltzone einrichten. Nach mehreren Verhandlungsrunden hat die Stadt durchgesetzt, dass dies passiert, wenn der Bau der Umgehungsstraßen "Osttangente" und "Seibelquerspange" nicht gelingen sollte. Die Bezirksregierung räumt Mettmann eine Frist bis zum 30. Juni 2013 ein. Sollte bis dahin nicht mit dem Bau begonnen worden sein, wird ab dem 1. Juli 2013 eine Umweltzone eingerichtet. Begrenzt würde sie von Post-, Bahn-, Neander-, Kreuz- und Adlerstraße sowie durch den Jubiläumsplatz und die Johannes-Flintrop-Straße. Innerhalb dieser Zone dürften keine Autos ohne beziehungsweise mit roter Plakette fahren.

Wenn bis 2013 die EU-Grenzwerte nicht eingehalten werden, könnte ein Fahrverbot für die Umweltzone auch für Autos mit gelber Plakette gelten. Das Verbot würde so lange gelten, bis Osttangente und Seibelquerspange freigegeben sind.

Breite Straße Sobald Osttangente und Seibelquerspange befahrbar sind, will die Stadt Mettmann den Verkehr auf der Breite Straße durch spezielle Verkehrsregelungen um mindestens 75 Prozent verringern. Sollten die EU-Grenzwerte trotz Umgehungsstraßen und Verkehrsregelungen bis 2015 nicht eingehalten werden, will die Verwaltung die Breite Straße sperren.

www.rp-online.de/mettmann

(RP)