1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann

Mettmann: Der Weg beginnt in Mettmann

Mettmann : Der Weg beginnt in Mettmann

Die Bruderschaft Düsseldorf mit Sitz im Bergischen ist die älteste Jakobus-Pilgergemeinschaft Deutschlands.Horst Degen: Wandern ist eine Form der Selbstfindung. Hapes "Ich bin dann mal weg": kein Führer, ein Tagebuch.

Pilgern auf dem Jakobusweg nach Santiago de Compostela war bis in die 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein ein Unternehmen für eine auserlesene Schar. 13 registrierte Pilger waren es 1978, einen vorläufigen Höhepunkt gab es 2004 mit 179 944 Pilgern. Für viele Pilger in Deutschland laufen die Fäden im Kreis Mettmann und im Bergischen zusammen, wo die älteste deutsche Jakobus-Bruderschaft ihren Sitz hat. Vorsitzender ist der Wülfrather Professor Gerd Gellißen, Schatzmeister Horst Degen (Velbert). Die Geschäftsstelle ist in Solingen.

Form der Selbstfindung

Degen, im bürgerlichen Beruf Professor für Statistik an der Düsseldorfer Universität, hat seine Liebe zum Wandern auf dem Jakobusweg entdeckt. "Es ist eine Form der Selbstfindung", sagt er. Irgendwann gibt es nichts anderes mehr als wandern. Einen Fuß vor den anderen setzen. "Man muss es mal gemacht haben." Den Small Talk mit dem Nachbarn, so seine Erfahrung, lässt man auf dem Weg sehr rasch hinter sich und kommt zu sehr persönlichen Gesprächen. Andere wollen gar nicht angesprochen werden, zumindest nicht am Vormittag — so wie eine junge Pilgerin, die Degen auf einer seiner Unternehmungen kennen gelernt hat. Degen führt mit seiner Frau Monika zusammen Gruppen. An einem Stück ist er den Weg bis nach Santiago noch nie gegangen. Von Köln über Trier, wo es bei den Vereinigten Hospitien köstliche Weine gibt, bis nach Vézelay organisiert er Wanderungen. Mit dem Landschaftsverband Rheinland und der Deutschen Jakobus-Gesellschaft hat er den Weg durch die Eifel markiert.

  • Seit etwa zehn Jahren bot Ingrid
    Einkauf in Mettmann : Lückenschluss auf Freiheitstraße
  • Sperrmüll in Flammen, Fahrzeug offenbar unbeschädigt:
    Feuerwehr im Einsatz : Erkrath: Sperrgut brannte lichterloh im Müllwagen
  • Im September haben Brandstifter ein Auto
    Hochdahl : Mülltonne in Flammen – neue Brandserie?

Der Weg von Le Puy bis Conques durch das französische Massiv Central ist für ihn einer der schönsten der vielen Jakobuswege. Nicht so sehr gefällt ihm Spanien. "Da ist es nicht schön zu wandern." Leider wurde die Jakobus-Pilgerei mit dem Massenansturm sehr kommerzialisiert, findet Degen. Ausdruck dessen ist das Projekt Hape Kerkelings ("Ich bin dann mal weg"). 2,5 Millionen Auflage hat das Buch erreicht. Dabei ist es weder Comedy, noch ein Pilgerführer. "Einfach ein außerordentlich gut geschriebenes Tagebuch", sagt Degen. So 25 Kilometer geht der Niederberger Degen pro Tag, wenn er unterwegs ist. Morgens um 5 oder 6 Uhr geht es los, um 3 Uhr muss man sich dann schon wieder in einer Herberge ein Bett sichern — will man nicht für die Nacht die Iso-Matte ausrollen. Oft ist der Velberter aber auch mit Wohnmobil unterwegs. Wenngleich die Herbergen einfach zum Pilgern dazu gehören.

Zeichen der Kommerzialisierung fand er auch vier Kilometer vor Santiago, wo die Pilger seit altersher von einem Hügel aus erstmals ihr Ziel erblicken. Als Degen 1986 mit seiner Frau dort war, fand er Einöde und Heidelandschaft vor. Heute gibt es eine Autobahnraststätte und ein Pilgercamp mit tausenden Plätzen. In Burgund und im Rheinland finden Pilger noch Aufmerksamkeit. Er glaubt, der Höhepunkt der Jakobus-Pilgerei ist überschritten.

(RP)