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Wülfrath: Der Rennkommissar

Wülfrath : Der Rennkommissar

Kraftfahrzeug-Ingenieur Gerd Trappmann überprüft bei internationalen Veranstaltungen die Fahrzeuge.Als Geschäftsführer hält der ehemalige Rallyefahrer dem MSC seit Jahrzehnten die Treue.

Autos sind aus dem Leben des Gerd Trappmann nicht wegzudenken. Sowohl im Beruf des Kraftfahrzeug-Ingenieurs, der lange Jahre Leiter der Gutachten-Abteilung der Dekra war, als auch im Hobby, dem Motorsport, dreht und drehte sich alles ums Auto. Bereits zu Studienzeiten fand der 68-Jährige im Motorsport-Club Wülfrath eine Heimat für seine Leidenschaft. „1968 hatte der Verein kurz nach der Gründung über 100 Mitglieder“, erinnert sich Trappmann. „Ich habe das gelesen, als ich Wülfrath zu Besuch war.“

Trappmann studierte damals in Aachen. Er sagt: „Viele wollten beim Motorsport mitmachen, aber das war schon damals finanziell gar nicht so einfach. Heute wäre es allerdings noch viel teurer.“ Tatsächlich gehörte Trappmann dann in den 70er Jahren zu den Wülfrather Pionieren, die an zahlreichen Rennen teilnahmen. Seine ersten Rennen und Rallyes fuhr Trappmann mit einem kleinen Fiat 500, „aber einem frisierten“. Er wisse nicht mehr, wie er sich in diesen Rennen geschlagen habe, sagt er: „Ich war aber auf keinen Fall letzter.“

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Auf Autos der französischen Marke „Simca“, die längst Geschichte ist, fuhren drei bis vier Wülfrather in den 70er Jahren bei internationalen Rennen mit, etwa beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Diese „Königin der Rennstrecken“ ist bis heute die wichtigste Strecke für Trappmann. Seine Rennfahrerkarriere ging aber schon in den 70er-Jahren zu Ende, weil Trappmann technischer Kommissar wurde.

Der Kommissar prüft vor Rennbeginn die teilnehmenden Fahrzeuge auf ihre Regelkonformität. Seine Entscheidung wurde von einem Vorstandsmitglied der Dekra beeinflusst, das Trappmanns Wagen bei einer Rallye überprüfte. Trappmann arbeitete schon selbst bei der Dekra. Er erzählt: „Der Mann hat mir damals gesagt, dass ihm mein Hobby als Rennfahrer zu gefährlich sei. So einen Sport sollten Dekra-Mitarbeiter nicht selbst ausführen. Er hat mir dann vorgeschlagen, ich sollte auch Kommissar werden.“ Erst habe er darüber gelacht, gibt Trappmann heute zu, aber später habe er gedacht: „Warum eigentlich nicht?“

International unterwegs

Bis heute ist Trappmann als Kommissar bei internationalen Rennen aktiv. Sogar Rennwagen der Formel 1 hat er noch vor wenigen Jahren überprüft. „Das ist allerdings langweilig“, weiß der Motorsport-Profi: „Man hat wenig Zeit und die Autos sind so hochgezüchtet, dass man kaum etwas erkennen kann.“ Viel interessanter sei etwa die Mallorca-Rallye, für die er eine Woche auf der Mittelmeer-Insel verbringt – auf Kosten des Veranstalters, versteht sich. Auch beruflich habe ihm der Motorsport sehr genutzt, sagt Trappmann. „Erstens ist der Sport für Serien-Autos unverzichtbar, weil er das ideale Testfeld für Neuentwicklungen ist, übrigens gerade bei der Sicherheit. Und zweitens hat es mir als Gutachter sehr genutzt, dass ich über den Motorsport viele Entwickler und Konstrukteure der Autohersteller persönlich kannte und sie in Zweifelsfällen unbürokratisch um Hilfe bitten konnte.“

Seinem Heimatverein, dem MSC, ist Trappmann in all den Jahren als Geschäftsführer treu geblieben.

(RP)