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Mettmann: Der Niederrhein als Vorbild

Mettmann : Der Niederrhein als Vorbild

Interview Rolf Junker ist Geschäftsführer des Planungsbüros Junker und Kruse, das sich mit der Mettmanner Innenstadt beschäftigt. Er erklärt den Sinn des Handlungskonzeptes und was Bürger erwarten können.

Wie bewerten Sie die derzeitige Situation der Stadt Mettmann?

 Die Glockengasse in Geldern mit Grün, Sitzgelegenheiten und einem Springbrunnen ist für Junker ein positives Stadt-Beispiel.
Die Glockengasse in Geldern mit Grün, Sitzgelegenheiten und einem Springbrunnen ist für Junker ein positives Stadt-Beispiel. Foto: seybert

Rolf Junker Dass etwas getan werden muss, ist unstrittig. Jetzt ist eine Riesenchance da, durch ein Förderprogramm des Bundes und Landes für Städte etwas tun zu können.

Wie viel kann Mettmann denn erwarten, wenn die Stadt den Zuschlag für eine Förderung bekommen sollte?

Junker Das hängt von der Überzeugungskraft des Konzeptes ab. Generell sind maximal 70 Prozent der Mittel förderungswürdig. Das wird noch spannend. Wir werden eine Art Hitliste aufstellen, aufgrund der dann geschaut werden muss, was in welcher Reihenfolge realisiert werden soll und kann.

Der dringlichste Punkt ist Ihrer Meinung nach?

Junker Der Jubiläumsplatz. Aber auch der Bereich der Fußgängerzone muss betrachtet werden. Und dass man in die Oberstadt, die von der Bausubstanz ja sehr schön ist, gezogen wird.

Nun sind Mettmanner nach der ersten Bürgerversammlung enttäuscht, dass sie nichts Konkretes erfahren haben.

Junker Man muss hier die verschiedenen Planungsebenen betrachten. Den Fördergeber interessiert zunächst einmal nicht, wie eine Straße künftig aussehen wird. Sondern er will wissen, warum ausgerechnet diese Straße saniert werden muss und in welchem Verhältnis sie zu den anderen Straßen steht.

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Vor diesem Hintergrund wirkt der gesamte Zeitplan dann ja doch nicht mehr so ambitioniert.

Junker Er ist schon sportlich, aber nicht dramatisch. Wir werden bis Ende des Jahres ja nicht sagen, welche Kübel genau auf welcher Straße stehen, sondern darstellen, was verändert werden muss und wie teuer das wäre. Wie die Straße dann letztendlich aussieht, kommt erst im nächsten Akt. Der Plan, den wir aufstellen, hat das Ziel, das Wichtige vom Unwichtigen zu trenne und Fördermittel zu bekommen.

Bei der ersten Bürgerversammlung stellten Sie Beispiel hübsch gemachter Städte vor. Darunter mehrfach das niederrheinische Geldern. Allerdings haben Sie mit sicherem Händchen genau jene Straßen ausgewählt, die zwar schön, aber in Geldern umstritten sind.

Junker Es ging um die positiven Gestaltungsbeispiele. Die Schwierigkeiten liegen in Geldern in der Verkehrsproblematik. Wir wollten an diesen Bildern nur zeigen, wie eine Stadt aussehen kann.

Die Bürgerversammlung war gut besucht in Mettmann. Wie bewerten Sie das?

Junker Ich habe unterm Strich ein gutes Gefühl. Es ist zwar viel geklagt und geschimpft worden, aber wir haben schon eine ganze Reihe von Anmerkungen bekommen, die wir jetzt auswerten. Wichtig ist, dass das ganze Vorhaben auch eine Chance für Privatleute ist, in diesem Zusammenhang Fördermittel zum Beispiel für Fassadensanierungen zu bekommen.

Beraten Sie Privatleute in diesem Punkt?

Junker Der Weg ist so, dass wir diese Fördermittel zum Beispiel für ein Fassaden- und Hofbegrüngsprogramm in Höhe einer Summe X beantragen werden, wenn die Politik zustimmt. Sollte der Regierungspräsident diese Mittel dann genehmigen, ist es Aufgabe der Stadt, sie zu verteilen.

Corinna Kuhs führte das Interview.

(RP)