Mettmann/Erkrath: Der neue Masterplan für das Neandertal

Mettmann/Erkrath : Der neue Masterplan für das Neandertal

Landschaftsarchitekten haben ihre Entwürfe zur gestalterischen Aufwertung des Neandertals vorgelegt. Der Siegerentwurf sieht vor: Das Museum soll inmitten einer Lichtung stehen, die Parkplätze besser erreichbar sein.

Von einem mal geplanten Hochpfad durch die Baumwipfel kann man im Neandertal nicht mal mehr träumen. Das Projekt wurde gestoppt, die Pfeiler waren im Boden nur schwer zu verankern. Dazu kamen Probleme, rechtzeitig die Fördermittel zu beantragen. Trotzdem: Der Kreis will das Neandertal verschönern, oder wie man dort gerne sagt: "gestalterisch aufwerten". Die Idee dahinter: Besucher sollen sehen, wo sie dort eigentlich sind.

Vier Landschaftsarchitekturbüros haben in einem Werkstattverfahren Gestaltungsvorschläge für das Talzentrum rund um das Neanderthal Museum erarbeitet. Einbezogen wurde der Bereich zwischen dem Regiobahn-Haltepunkt Neandertal und dem Parkplatzareal sowie dem Spielplatz südlich der Talstraße ("Neanderpark"). Eine Kommission aus Vertretern aus Landschaftsarchitektur und Stadtplanung sowie Fachvertretern der Projektpartner Kreis Mettmann, Stiftung Neanderthal Museum, Stadt Erkrath und Stadt Mettmann, hat die Preisträger ermittelt.

Gewonnen hat das Büro "RMP Landschaftsarchitekten". Zentrale Idee: Das Museum wie eine Lichtung ausbilden und damit den Museumsbau inszenieren. "Der Bau ist architektonisch sehr gelungen, doch man fährt einfach dran vorbei", sagte Joachim Evers von RMP bei der Vorstellung des Entwurfs gestern abend im Schwarzwaldhaus. Man müsse dazu aber "Vegetation wegnehmen" und die Landschaft ein wenig "aufräumen." Aber die Eingriffe, sprich Fällungen von Bäumen und wild wuchernden großen Sträuchern, seien sehr dezent. An anderer Stelle seien dazu Wiederaufforstungen geplant. Das Museum in einer Lichtung sei wie eine "Perle in der Fassung" dann klar und deutlich zu erkennen.

Ebenso heraus gestellt werden sollen laut Siegerentwurf die umliegenden Gewässer, die bislang viel zu wenig zur Geltung kommen. Teile der Düssel könnten wieder frei gelegt werden. Darüber hinaus könnte man etwa auf den noch vorhandenen Parkplatz für Reisebusse verzichten und dort einen schönen Platz mit Aussicht auf die Düssel gestalten. Eine stegartige Fußgängerbrücke soll über die Düssel führen, so dass die Steinzeitwerkstatt, der Kunstpfad und das Wildgehege angebunden werden. Den Weg zur Regiobahn könnte man aufgrund des Geländes zwar nicht barrierefrei, aber dafür barrierearm realisieren, so RMP. Die vorhandene Natursteinmauer soll als schöne Aufenthaltsfläche neu zur Geltung kommen. Der Kreis und die Städte Erkrath und Mettmann wollen für die Realisierung der Ideen rund 1,6 Millionen Euro ausgeben.

Ob die Pläne so in die Tat umgesetzt werden, muss in den kommenden Wochen diskutiert werden. "Wir greifen nicht nur eine Idee auf, sondern mehrere", sagte Landrat Thomas Hendele. Es seien erst einmal in "Form gegossene Ideen", die nun gezeigt werden.

(RP)
Mehr von RP ONLINE