Wülfrath: Der Natur auf der Spur

Wülfrath : Der Natur auf der Spur

Familientag der Kreisjägerschaft lockte Besucher in Scharen nach Wülfrath.Nach dem Hubertus-Gottesdienst begann das abwechslungsreiche Programm mit vielen Mitmach-Angeboten.

„Wir möchten den Besuchern einen schönen, vergnüglichen Tag und Informationen zu Natur und Jagd bieten“, sagte Reinhardt Weniger, Leiter des Hegerings Wülfrath. Bei Veranstaltungen mit Kindern am „Lernort Natur“ habe er große Unkenntnis festgestellt. Grund der Veranstaltung sei auch, über die Jagd aufzuklären: „Wir machen nicht nur den Finger krumm.“ Der „Familientag Natur und Jagd“, den die Kreisjägerschaft Düsseldorf und Mettmann gestern auf dem Gelände der Reitsportanlage Volmer veranstaltete, war ein einzigartiger Erlebnistag, der Kind und Kegel, Auto- und Radfahrer in hellen Scharen anzog. Mehrere Tausend Besucher aus der Region und darüber hinaus kamen nach Wülfrath.

Zum Auftakt gab es auf dem Dressurplatz einen Hubertus-Jägergottesdienst unter Mitwirkung von Jagdhornbläsercorps, Falknern und vielen Hundeführern. „Wir haben den Auftrag, die Erde zu bebauen und zu bewahren. Andererseits gibt es Menschen, die leben, als gäbe es eine zweite Erde nach dieser“, betonte Pfarrer Jochen Lütgendorf in seiner Predigt.

200 000 Tier sterben auf Straßen

Die Kreisjägerschaft informierte auf Schautafel über naturnahe und verantwortungsvolle Jagd, über Fortbildung, über „mordende Straßen“: Jährlich blieben bundesweit rund 200 000 Tiere auf der (Fahrbahn-)Strecke. Auf dem Programm standen Greifvogelschauen mit Weißkopfadler, Habicht, Uhu und Falken. Klaus Weisskirchen, der in Franken aus Holz so genannte Wildtierlocker baut, faszinierte mit Wildtierstimmen. „Wildschweine sind sehr gesellig“, erläuterte er. Mit einem Wildschweinlocker veranstaltete er ein Grunzen, mit dem er verwaiste Jungtiere heranruft. „Damit sie in der Wildbahn dann keinen Schaden mehr anrichten.“

TV-Moderator Björn Hagen Schimpf erklärte zur „Jägerballade“ (musikalischer Ablauf der Jagd) die speziellen Signale der Jagdhornbläser. Eine Präsentation zeigte die Leistungsmöglichkeiten verschiedener Hunderassen. Wer sich über Jagdausstattung, Versicherungen, Impfung gegen Zecken informieren wollte, fand reichlich Gelegenheit.

Während Erwachsene bei Laserschießen oder als Mitfahrer im Landrover auf ihre Kosten kamen, ließen sich Kinder von Falkner Schnurbusch und seinen Vögeln fesseln. Zur Freude vieler Zuschauer setzte sich der Falke beim ersten Anflug auf den Rücken von Besucher Wolfgang Löcker und nicht auf den Handschuh dessen Sohnes.

„Unsere Plätze in der Steinzeit-Werkstatt sind ständig belegt“, berichtete Sabine Aschemeier, freie Mitarbeiterin im Neanderthal-Museum. Unter ihrer Anleitung schufen Kinder mit unendlicher Geduld steinzeitliche Messer aus Feuersteinklinge und Baumrinde. An einem anderen Stand schauten Kinder gebannt beim historischen Jagdbogenbau zu. Darüber hinaus ließ sich Tiermalerin Anke Dinkelbach bei der Arbeit über die Schulter blicken.

Hungrig musste niemand die Anlage verlassen. Neben Kaffee, Kuchen und mehr gab es Kulinarisches aus der Wildbrettküche.

(RP)
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